Vorstellung ohne Nitz

Wegen Krankheit nicht anwesend – Über 550 Zuhörer

Winterlingen, 24.04.2010 von Volker Schweizer

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Der Kampf um den Posten des Winterlinger Rathaus-Chefs hätte gestern Abend in die heiße Phase treten sollen. Ist er aber nicht. Joachim Nitz war wegen Krankheit nicht zum Zweikampf erschienen.

Die Bevölkerung zeigte großes Interesse an der offiziellen Kandidatenvorstellung. Eine nahezu voll besetzte Festhalle dokumentierte dies eindrucksvoll. An die 550 Besucher wurden gezählt. Einige mussten sich sogar mit Stehplätzen begnügen.

Neugierig waren sie wohl vor allem auf Joachim Nitz. Denn während sein Herausforderer Michael Maier schon an vielen Abenden stimmenwerbend durch die Lokale eilte, hatte er sich in der Öffentlichkeit nicht gezeigt. Sein Wahlkampf beschränkte sich bislang auf eine Internet-Seite.

Gestern Abend ließ sich der 38-Jährige krankheitshalber entschuldigen. Heiner Schuler, Bürgermeister-Stellvertreter und Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, verlas zu Beginn eine Erklärung (siehe rechts), die von Joachim Nitz am Vormittag um 10.41 Uhr per E-Mail eingegangen war.

Der Abend gehörte daraufhin Michael Maier. Nachdem er sich vorgestellt und seine politischen Ziele erläutert hatte, begann das Frage-Antwort-Spiel recht zögerlich. Ein Bürger sprach ihn auf seine vielen Funktionen an. „Die meisten hängen mit dem Amt zusammen und bringen auch Vorteile“, meinte Maier. So bekomme er als Kreisvorsitzender des Gemeindetages hautnah mit, was in der Landespolitik laufe.

Froh zeigte sich Michael Maier auf eine entsprechende Frage von Realschulrektor Gustav Kleiner, dass die Werkrealschule in trockenen Tüchern sei. Gleichzeitig verhehlte er nicht, dass die Grundschulen, vor allem die in Benzingen, auf der Kippe stehen. Zusammen mit dem Ortschaftsrat müsse für den Erhalt gekämpft werden. Auch wollte Kleiner wissen, wie Maier die Partnerschaft mit Polen sieht. Die wolle er weiterbetreiben und intensiveren, „denn die Bürger in Izbica brauchen unsere Hilfe und schätzen sie auch“. Ein anderer Fragesteller monierte die Entscheidung des Gemeinderates, kein Holz mehr an Selbstwerber abzugeben. Michael Maier erklärte, dass er den Hintergrund für den Beschluss nicht kenne. Die Sache könne man aber mit Sicherheit nochmals diskutieren. Überhaupt wolle er aus finanziellen Gründen alles auf den Prüfstand stellen.

Letztes Thema war der Sportplatz-Streit. Er möchte nicht in ein laufendes Verfahren eingreifen, betonte Michael Maier. Allerdings finde er es nicht gut, was da laufe. Maier, der nicht weit weg vom Gelände wohnt, sprach die Hoffnung aus, dass das Gutachten so ausfällt, dass der Trainingsbetrieb weiterlaufen kann. „Ich habe mich jedenfalls noch nie gestört gefühlt.“ Auch sollte seiner Meinung nach der Nachwuchs weiterhin freien Zugang haben. Den Bolzplatz wertete er als schlechte Alternative: „Da liegen Scherben drin, der Pflegeaufwand ist zu groß.“

Alle Antworten quittierten die Zuhörer, darunter auch die früheren Bürgermeister Fritz Wizemann und Klaus Weihing, mit viel Applaus. Heiner Schuler, der souverän durch die Veranstaltung führte, forderte am Ende die Winterlinger dazu auf, eifrig zur Wahl zu gehen.


Heiner Schuler, der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, verlas im Auftrag von Joachim Nitz folgende Erklärung: Liebe anwesenden Damen und Herren, eine fiebrige Erkältung zwingt mich bedauerlicherweise zum Verzicht der Teilnahme an der öffentlichen Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten. Bis zuletzt habe ich alles erdenkliche versucht, um mein Erscheinen dennoch zu ermöglichen. Da sich die Erkältung in den letzten Tagen zusätzlich auch auf die Stimme niedergeschlagen hat und mir das Sprechen unmöglich macht, sehe ich mich gezwungen, der Veranstaltung fernzubleiben. Dies geschieht zu meinem eigenen größten Bedauern. Ich hoffe auf Ihr Verständnis. Ich habe deshalb kurzfristig auf meiner Homepage eine Seite für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, eingerichtet, auf der Sie persönliche Fragen an mich richten können. Ich hoffe auf ein reges Interesse.

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