Interstuhl will an die Weltspitze

Arena und Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet – Klares Bekenntnis zu Tieringen

Messstetten-Tieringen, 23.04.2010 von Volker Schweizer

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Interstuhl will seinen Jahresumsatz auf über 150 Millionen Euro verdoppeln, den Exportanteil auf 50 Prozent erhöhen, mittelfristig an die 300 neue Arbeitsplätze schaffen und Weltmarktführer werden.

Wenn das mal keine guten Nachrichten in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind. Während andere Firmen noch lamentieren, steckt das Tieringer Unternehmen mitten in der Krise neue, höchst ehrgeizige Ziele. Und das, obwohl es erst in den vergangenen drei Jahren rund 17 Millionen Euro in die Erweiterung des Firmenareals und die Entwicklung von neuen Produkten gesteckt hat. Beruhigend für die Mitarbeiter, ja für die ganze Region ist auch das Bekenntnis zum Standort Tieringen.

Bei der Eröffnung der Interstuhl-Arena und des Forschungs- und Entwicklungszentrums vor rund 250 geladenen Gästen stellte Werner Link, der Vorsitzende der Geschäftsführung, gestern Abend klar: „Wir bleiben unserer Heimatgemeinde treu. Das ist ein Versprechen von mir und von meinen beiden Söhnen.“

Die Wurzeln des Vorzeigeunternehmens liegen lange zurück. In einem Hühnerstall wurden Arbeitsstühle für Textilfabriken hergestellt. Zum Schutz vor Kratzspuren auf dem Boden verwendete man Sektkorken. Heute ist Interstuhl die Nummer eins in Europa. Nur mit Anstand, Stolz, Sportsgeist und der Lust am Erfolg sei diese Entwicklung zu schaffen gewesen, betonte Werner Link. Und natürlich mit fähigen Mitarbeitern, „die für uns keine Unkosten, sondern Partner sind“. Im Unternehmen herrsche eine familiäre Atmosphäre, ein menschliches Miteinander.

Landrat Günther-Martin Pauli bezeichnete die neue Arena als „herausragendes städtebauliches Gebäude, das uns alle mit Stolz erfüllt“. Die Investitionen seien auch wichtig für die Raumschaft gewesen. Er wolle sich deshalb weiterhin für eine bessere Verkehrsanbindung stark machen. Dem Unternehmen wünschte er Mut und Zuversicht, „denn davon profitiert der ganze Kreis“.

Die Gliederung in mittelständische Firmen und Familienunternehmen sah Heinrich Haasis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, als entscheidenden Grund an, weshalb Deutschland noch relativ glimpflich aus der Finanzkrise gekommen sei. Weitere wichtige Faktoren waren für ihn die „gute Tarifpolitik“ und die Konjunkturprogramme. Haasis erwartet in diesem Jahr keine Kreditklemme. „Die Sparkassen haben 2009 trotz der Wirtschaftskrise rund fünf Prozent mehr Unternehmenskredite vergeben und ein Rekordniveau erreicht.“ Seiner Einschätzung nach wird es auch in der Zukunft keine wirklichen Engpässe geben.

In Tieringen zu arbeiten und zu leben empfinde er als Privileg, begann Geschäftsführer Joachim Link seine Rede. Die Weltmarktführerschaft wolle Interstuhl nicht durch den Zukauf von Firmen erreichen, sondern aus eigenen Kräften, „denn wir sind keine Finanzakrobaten“. Bei der nächsten Möbelmesse in Köln werde man mit Neuheiten glänzen, vor denen sich die Mitbewerber sicherlich fürchten. Was in den vergangenen fünf Jahren entwickelt worden sei, mache heute 70 Prozent des Geschäftsumsatzes aus. „Seine“ Firma charakterisierte er als bodenständig, wertebewusst und hochmodern – „uns so werden wir bleiben“.

Die Neubauten tragen die Handschrift der beiden Architekten Till Wäschle und Professor Dr. Werner Sobek. Sie ließen die Planungs- und Bauphase Revue passieren, erläuterten die Raumkonzeption und das architektonische Design.

Mit der Arena habe sich Interstuhl kein Denkmal gesetzt, stellte Geschäftsführer Helmut Link klar. „Wir wollen damit zeigen, was wir zu bieten haben, unsere innere Welt quasi.“ Für die Zukunft sah er das Unternehmen bestens aufgestellt. Man starte in eine neue Ära, stoße das Tor zum Weltmarkt auf. In China habe man schon den Fuß in der Tür.

Nach der zweieinhalbstündigen Feier, die von einem Streicher-Ensemble der Musikhochschule Trossingen umrahmt worden war, durften sich die Besucher selbst ein Bild von den beiden beeindruckenden Bauwerken machen. Eines davon, das Forschungs- und Entwicklungszentrum wurde mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen Zollernalbkreis 2002 – 2009“ der Architektenkammer ausgezeichnet.

Kompliment



Kompliment zu dem Mut in diesen wirtschaftlichen Zeiten solche Initiativen zu ergreifen, zumal an einem Standort, der von der Verkehrsinfrastruktur nicht unbedingt begünstigt ist.
Wir freuen uns für die Raumschaft und ihre Bewohner für die Perspektiven in Sachen Arbeitsplatz.
uliundinge am 23.04.2010 11:39:03
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