„Harter Kern war parat“

HGV-Chef Thomas Arndt zieht Resümee seiner Amtszeit

Geislingen, 22.04.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Der HGV Geislingen bleibt im gewohnt ruhigen Fahrwasser. Wie berichtet, tritt Peter Schlecht die Nachfolge von Thomas Arndt an, der ein Resümee seiner sechsjährigen Amtszeit als Vereinschef zog.

Arndt gab am Dienstag bei der Hauptversammlung seinen letzten Jahresbericht als Vereinschef ab und holte deshalb etwas weiter aus. Er erinnerte an seine Wahl am 20. Januar 2004: „Ich wollte es damals eigentlich nicht machen, weil ich der Meinung war, dass ein Händler besser dafür geeignet ist als ein Dienstleister.“ Arndt ließ sich überreden und erlebte ein „spannendes und kreatives Amt“.

Als seinen größten Erfolg darf er den HGV-Halbmarathon verbuchen – „es war die Vision eines anderen Traumes, der Geislingen in ein positives Image versetzen sollte und der Versuch, etwas Neues zu machen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sich mehr HGV-Betriebe an diesem Tag präsentieren“, führte Arndt aus. Heute sei der Halbmarathon ein Erfolgsmodell und in der Hand der Leichtathleten. Der HGV diene nur noch als Namensgeber.

Trotz Kritik – „die Passivität und Gleichgültigkeit der Mitglieder prangere ich seit Amtsbeginn an“ – verteilte Arndt auch Lob, „der harte Kern war immer parat“. Er bekannte, „dass ich viele schöne Erinnerungen habe.“ Seinen Rückzug begründet er mit der fehlenden Motivation und seiner zunehmenden beruflichen Belastung. Auch wolle er seine Familie nicht vernachlässigen. Arndt stellte ein Dankeschön an die Vorstandskollegen und eine Entschuldigung „für den Ärger und die Missverständnisse, die es gegeben hat“ an den Schluss seiner Rede. Bei der Stadt bedankte er sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Auch im Bericht von Schriftführerin Andrea Scherer wurde die fehlende Unterstützung von seitens der Mitgliedsbetriebe thematisiert. So sei beispielweise die geplante Lichternacht rund um das Schloss aus diesem Grund gescheitert. „Das Interesse an Veranstaltungen lässt nach“, kritisierte sie in ihrem ebenfalls letzten Jahresbericht als Schriftführerin. Franz Koch, bislang im Ausschuss, hat ihr Amt übernommen.

Auch der HGV blieb nicht von der Wirtschaftskrise verschont: „Wir haben dieses Jahr ein Minus eingefahren“, informierte Kassier Andreas Gulde die Versammlung. Trotzdem steht der HGV noch gut da, denn der Kassenstand beträgt immer noch 18 000 Euro. Einen Schluss, den auch die Kassenprüfer Helmut Gonser und Jürgen Haug zogen. Zudem bescheinigten sie Gulde eine einwandfreie Kassenführung. Alle drei werden ihre Ämter fortführen. Peter Schlechts bisheriges Amt als Vize übernimmt Anneliese Hauser, als Beisitzer wurden Michael Bausch wieder-, sowie Susanne Koch und Heiko Rothweiler neu gewählt. Die Versammlung hatte zuvor die Reduzierung der Beisitzerzahl von fünf auf drei beschlossen.

Bürgermeister Oliver Schmid nutzte die Gelegenheit, um sich bei Arndt und seinen Vorgänger Ralf Schmid und Hans Leopold für die geleistete Arbeit zu bedanken. „Der Gemeinderat nimmt sehr wohl wahr, was im HGV geleistet wird“, betonte er. Schließlich seien der HGV und die Stadt untrennbar miteinander verbunden. „Wie wichtig die Nahversorgung ist, zeigt sich oft erst, wenn sie wegbricht“, so Schmid und spielte dabei auf die jüngsten Fälle in der Stadt an: Die Schließung einer Arztpraxis und einer Metzgereifiliale. Laut Schmid ist die Stadt bei der Stadtentwicklung „am Drücker“ und auch die DSL-Versorgung für die Kernstadt und Binsdorf werde vorangetrieben. Gerne würde Schmid mit den Einzelhändlern eine Gewerbeschau auf die Beine stellen.

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