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Erdkunde ganz anders: Neues bilinguales Angebot an der Schlossberg-Realschule

Albstadt-Ebingen, 20.04.2010 von Dagmar Stuhrmann

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Ab dem kommenden Schuljahr gibt es an der Schloßberg-Realschule eine bilinguale, also eine zweisprachige Klasse. Das bedeutet für die Schüler: Im Erdkunde-Unterricht wird Englisch gesprochen.

Die Schüler sollen auf diese Weise den sicheren Umgang mit der Fremdsprache üben und eventuelle Hemmschwellen beim Sprechen überwinden. Wer fließend Englisch lernen will, muss reden, reden, reden: Am besten geht's, wenn man ein konkretes Thema hat, über das man sich unterhalten kann – zum Beispiel alles, was zum weiten Feld der Erdkunde gehört.

Gestartet wird der bilinguale Unterricht an der Schloßberg-Realschule in Klasse fünf mit einzelnen Bausteinen. Ab der sechsten Klasse – bis zur zehnten – gibt's dann die Erdkunde-Stunden in der zweisprachigen Klasse durchgehend nur noch auf Englisch, wobei die einschlägigen Fachbegriffe, die die Schüler parat haben müssen, natürlich auch immer auf Deutsch vermittelt werden. Die Schüler üben sich in der Fremdsprache, wenden sie an und lernen in zwei Sprachen: Sie erfahren zum Beispiel, dass „Niederschlag“ auf Englisch „precipitation“ heißt. „Vokabeltests“ wie im Sprachunterricht wird's aber nicht geben...

Erdkunde auf Englisch: Eine spannende Sache und eine ebenso spannende Aufgabe, die sich an der Schloßberg-Realschule drei Lehrer teilen, die sowohl in Erdkunde als auch in Englisch mehr als fit sind. Die Schloßberg-Realschule ist dreizügig. Da es weit mehr Anmeldungen für die bilinguale Klasse gibt als Plätze, bleibt Schulleiterin Ute Leins nur eines: „Wir müssen losen.“ Englischunterricht gibt es inzwischen schon an den Grundschulen – die Schüler kommen also mit einer gewissen Fremdsprachen-Grundlage in die weiterführende Schule.

Der Weg hin zu bilingualem Unterricht begann vor zehn Jahren: Im Jahr 2000/2001 rief das Kultusministerium das Projekt an Versuchsschulen ins Leben. Die weitere Umsetzung wurde durch den Bildungsplan 2004 erschwert, im Zuge dessen Erdkunde in den Fächerverbund „EWG“ eingebettet wurde und somit für einen bilingualen Unterricht ausgekoppelt werden muss. Parallel wurde an weiteren Versuchsschulen Geschichte bilingual angeboten.

Jetzt wurde seitens des Ministeriums den Schulen die Möglichkeit eröffnet, durchgehend von Klasse fünf bis zehn Unterricht in einem bilingualen Sachfach anzubieten – was an der Schloßberg-Realschule nun umgesetzt wird – oder innerhalb verschiedener Fächer Modulunterricht zu machen. „Wir haben uns für die erste Variante entschieden, weil sie uns wegen der höheren Verbindlichkeit die bessere zu sein scheint.“ Die bilinguale „Klasse“ unterscheidet sich vom bilingualen „Zug“, für den man sich bewerben muss und für den es einer Genehmigung des Ministeriums bedarf. Die Voraussetzungen für einen „bilingualen Zug“ sind klar definiert: Die Schule müsste in mindestens zwei Sachfächern bilingualen Unterricht aufzuweisen haben und das bilinguale Sachfachangebot müsste mindestens zwei Wochenstunden in jeder Jahrgangsstufe zwingend laufen. „Das ist uns allerdings im Moment noch ein Schritt zu weit,“ sagt Ute Leins.

 

Bilingualer Unterricht ab dem neuen Schuljahr – Drei Fragen an Schulleiterin Ute Leins

Sie starten mit dem bilingualen Erdkunde-Unterricht im nächsten Schuljahr. Wie ist das Interesse?

Leins: „Es ist immens. Bei der Schüleranmeldung haben 90 Prozent der Eltern den Wunsch geäußert, dass ihr Kind am bilingualen Unterricht teilnehmen kann.“

Was haben die Schüler vom zweisprachigen Erdkunde-Unterricht?

Leins: „Die Realschulen sind in dieser Hinsicht zwar schon sehr gut aufgestellt. Aber im klassischen Sprachunterricht kommt die Sprachpraxis manchmal zu kurz. Der bilinguale Unterricht bietet eine Möglichkeit, die Sprache anzuwenden.“

Ist es nicht ein großer Aufwand für die Schule, das Projekt umzusetzen?

Leins: „Unser Kollegium geht sehr offen an die Sache heran. Man muss auch sehen, dass das bilinguale Angebot der Schule die Möglichkeit gibt, ihr Profil zu schärfen.

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