„Das ist doch wieder eine Superzahl“

6. Geislinger HGV-Halbmarathon: Beim Integrationslauf gehen fast 150 behinderte Menschen an den Start

Geislingen, 15.04.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Damit am Samstag nichts schief geht, haben Dr. Martin Sowa und seine Schüler die beiden Strecken des Integrationslaufes beim 6. Geislinger HGV-Halbmarathon gestestet. Ihr Urteil: „Einfach perfekt“.

Denn die Leichtathleten als Veranstalter des Halbmarathons mit Expertenvortrag, AOK Nordic Walking, Kids-Cup und dieses Jahr auch mit einem Straßenlauf über zehn Kilometer nehmen die Wünsche und Anregungen der behinderten Läuferinnen und Läufer ernst. Deshalb wurden die beiden Strecken ( 1,5 und 2,25 Kilometer) leicht abgeändert. Sie führen am Samstag, 17. April, als Rundkurs um die Schlossparkhalle und das Schulzentrum. „So ist es leichter für unsere Läufer und Walker, die sich besser orientieren können“, freut sich Dr. Sowa.

Er war am Dienstag mit 15 Schülern angereist, die am Samstag alle an den Start gehen werden. „Sie freuen sich immer riesig, wenn wir nach Geislingen fahren“, meinte er lachend. „Dann heißt es immer, besuchen wir auch den Bäcker und bekommen eine Brezel?“, fügt er lachend an. Der Bäcker ist Franz Koch, der gemeinsam mit Armin Teichmann bei der Organisation des Halbmarathons an der Spitze steht. Koch ist selbst begeisterter Läufer und ist auch immer dabei, wenn die behinderten Schüler die Strecke testen. Und die Brezeln liegen natürlich ofenwarm bereit.

Dr. Sowa, der gemeinsam mit dem HGV und den Leichtathleten den ersten Integrationslauf in Geislingen etabliert hat, ist zwischenzeitlich ein gern gesehener Gast in der Stadt. Zwischen der Leichtathletikspitze und dem Sonderschullehrer findet das ganze Jahr über ein reger Austausch statt, der sich auch in zahlreichen gemeinsamen sportlichen Veranstaltungen manifestiert. Umso mehr freut sich Dr. Sowa, dass der Geislinger Lauf für seine Zöglinge von besonderer Bedeutung ist. Die Teilnahmerzahlen sprechen für sich. Am Samstag werden fast 150 Menschen mit Handicap am Integrationslauf teilnehmen, für den um 12 Uhr der Startschuss fallen wird. „Das ist doch eine Superzahl“, meint Dr. Sowa voller Stolz.

Dieses Jahr wird der Lehrer, der seine Schüler bislang bei allen Integrationsläufen begleitet hat, aufgrund einer anderen wichtigen Veranstaltung, für die er schon vor Monaten zugesagt hat, erst später nach Geislingen kommen können. „Bei der Siegerehrung bin ich aber da“, verspricht er jetzt schon. Ansprechpartnerin für die behinderten Läufer am Samstag ist Alexandra Köbler, eine Kollegin von Dr. Sowa, die Geislingen kennt.


Weiherschule: Integrationslauf „ wichtiges soziales Erlebnis“

Am Samstag nehmen zum vierten Mal wieder 12 Schülerinnen und Schüler der Hechinger Schule für geistig Behinderte am Integrationslauf teil. Vor vier Jahren rief die Weiherschule erstmalig eine „Jogging-AG“ ins Leben, um am damaligen Großengstinger Volkslauf teilzunehmen. Die Beteiligung an diesem Laufevent wurde nicht nur in sportlicher, sondern vor allem auch in sozial-integrativer Hinsicht ein großer Erfolg, weshalb das Sportlehrerteam der Schule die Fortsetzung der AG beschloss. Der nächste erfahrungs- und erfolgreiche Höhepunkt folgte bei der Teilnahme am ersten Integrationslauf in Geislingen 2007.

Die große Beliebtheit der Geislinger Veranstaltung hat verschiedene Gründe:

Zunächst soll der allgemeinen Bewegungsarmut entgegengewirkt sowie koordinative Bewegungsabläufe, sowie Eigenständigkeit und Vertrauen in die eigene Persönlichkeit und das eigene Leistungsvermögen gefördert und stabilisiert werden.

Die Herausforderung, in einen großen Volkslauf eingebunden eine „eigene“ Strecke erfolgreich zu bestehen, unterstützt nicht nur das sportliche, sondern auch das nicht minder wichtige soziale Erlebnis, anerkannter Teil unserer Gesellschaft zu sein.

Erst am 26.März rief der Landrat unseres Kreises eine Fachkonferenz ein, die sich mit dem Thema Integration behinderter Menschen in den Schul-Alltag beschäftigte. „Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist ein elementarer Bestandteil der Menschenwürde, besonders für Kinder und Jugendliche mit Handicap“, hielt er fest.

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