Der Chef darf ruhig zum „jodelnden Hahn“ werden
Gedächtnistrainer Markus Hofmann begeistert Schüler und Erwachsene bei seinem Besuch in Meßstetten
Messstetten, 15.04.2010 von Katja Weiger-Schick
Zum Jubiläum an der Meßstetter Realschule kam der Gedächtnistrainer auf den Heuberg und begeisterte Schüler wie Erwachsene gleichermaßen. Zweimal war die Meßstetter Festhalle am Dienstag voll besetzt.
Neben Lernnutzen hatten die Besucher jede Menge Vergnügen – schallendes Gelächter inklusive. Und vor allem darauf, da ist sich Hofmann sicher, kommt es beim Lernen an: „Wer Spaß hat, lernt leichter.“ Denn auch einem Gedächtnisexperten wie Markus Hofmann passiert es bisweilen, dass er sein Handy irgendwo liegen lässt. Wie man sein Hirn in Hochform bringt, verrät er nicht nur Schülern und Studenten, sondern jedem, der aus seinem Kopf das Maximale herausholen will. Kleine Tricks und das passende Know-How inklusive. Mit der Schottenwette war Hofmann sogar schon einmal Coach für „Wetten dass“. Erinnern Sie sich?
Früher, zu Zeiten von Latein-Vokabeln, Mathe-Formeln und literarischen Stilmitteln, sagte man zu jeglicher „Gedächtnisstütze“ ganz schnöde „Eselsbrücke“. Markus Hofmanns wertvolle Tipps für die grauen Zellen sind mehr und durchaus alltagstauglich. Denn wem ist das nicht schon einmal passiert: Man steht im Supermarkt. Man weiß, dass noch irgendetwas fehlt. Nur was? Der 35-jährige Gedächtnisexperte bietet seinen Zuhörern ein so genanntes „Briefkasten-System“, bei dem wahlweise Körperteile oder Zimmer-Gegenstände „belegt“ werden. Schon der bekannte römische Politiker Cicero bediente sich der „Loci-Technik“: der bildlichen Verknüpfung wichtigster Redepassagen mit Gegenständen im Senatssaal. Packende Reden wie Cicero müssen wohl die wenigsten Menschen täglich halten. Einkaufen schon. Anhand dieser Methodik schafften es die Meßstetter Gäste spielend, sich einen zehn Positionen umfassenden Einkaufszettel zu merken. Weniger alltagsrelevant war die Liste der neuen sieben Weltwunder wie Taj Mahal und Macchu Picchu oder die der amerikanischen Präsidenten. Ist es also nutzlos, Namen wie Kennedy, Nixon oder Clinton im Kopf hin und her zu jonglieren? „Überhaupt nicht“, winkt Markus Hofmann entrüstet mit dem Zeigefinger: „Das schafft Vorsprung durch Wissen.“
Insofern lernt man durch diese verblüffenden Techniken wieder einmal fürs Leben. Eins der Beispiele demonstrierte, wie man sich Telefonnummern oder Namen merken kann. „Mit welchen Bildern Sie sich seinen Namen merken, müssen Sie ihrem Gegenüber ja nicht unbedingt verraten“, grinste Hofmann. Ihr neuer Chef der „Johann“ heißt, darf also durchaus zum „jodelnden Hahn“ werden. Nur sagen sollten Sie’s ihm halt nicht.
