Gekonnt in die Herzen gespielt

Mitreißendes Abschlusskonzert der Ostersingwoche in der Balinger Stadtkirche

Gekonnt in die Herzen gespielt

Balingen, 14.04.2010 von Wilfried Groh

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Das Abschlusskonzert der Ostersingwoche vom Berneuchener Haus Kloster Kirchberg, das erstmals in der Stadtkirche stattfand, war gut besucht und ein kirchenmusikalisches Ereignis erster Güte.

Die hoch motivierten Teilnehmer hatten in nur fünf Tagen unter der umsichtigen und engagierten Leitung von Professor Rolf Schweizer, dem einstigen badischen Landeskantor und Kirchenmusikdirektor in Pforzheim ein „Geistliches Konzert zur österlichen Freudenzeit“ von hohen Niveau erarbeitet. Bei der Einstudierung wurde Rolf Schweizer von seiner Tochter Felicitas Schweizer-Kostner tatkräftig unterstützt.

Einen wichtigen Anteil am Gelingen der Veranstaltung hatte das Orchester der Kirchberger Singwochen mit Konzertmeisterin Hildegard Kittel und Esther Baumann am Tasteninstrument. Pfarrer Peter Schwarz vom Kirchberg nannte als ein wichtiges Anliegen dieses Abschlusssingens, den Osterjubel lebendig werden zu lassen. Daher lud Rolf Schweizer immer wieder die Zuhörer zum Mitsingen ein, damit aus der hörenden eine singende Gemeinde werde.

Gleich beim ersten Stück, der Osterkantate „Triumph, Victoria und ewiges Halleluja“ von Andreas Hammerschmidt für fünfstimmigen Chor und Orchester wurde die Botschaft von der Auferstehung auf mitreißende Art in die Herzen der Zuhörer gesungen. In diesen Osterjubel wurden sogleich die Zuhörer mit dem Kanon „Christ ist erstanden“ mit einbezogen.

In perfekter Manier musizierte sodann das Orchester die berühmte „Air“ aus der dritten Orchestersuite von Johann Sebastian Bach mit hoher melodischer Ausdruckskraft. Mit ihrem hellen und klaren Sopran sang Marianne Meybier-Mohr souverän die mit Koloraturen gespickte Arie „O hätt ich Jubals Harf‘ und Miriams süßen Ton“ von Georg Friedrich Händel, vom Orchester einfühlsam begleitet. Nach einer bewegten Instrumentaleinleitung entwickelte sich ein virtuoser Dialog zwischen Männer- und Frauenstimmen.

Als Mann der Praxis, dem das neue geistliche Lied besonders am Herzen liegt, erwies sich Schweizer mit dem Wechselgesang seines Liedes „Damit aus Fremden Freunde werden“. Mal tänzerisch bewegt, mal behände voranschreitend kam das „Orchesterkonzert d-Moll von Guiseppe Torelli daher. Auch das gemeinsam gesungene Abendlied „Bevor die Sonne sinkt“ gab Zeugnis von Schweizers Arbeit als Schöpfer neuer geistlicher Lieder, das in einem herrlichen Junktimsatz von Chor, Orchester und Gemeinde musiziert wurde. Am Schluss des Konzerts entfaltete der Chor mit Johann Eccards Chorlied „Zu dieser österlichen Zeit“ nochmals einen großartigen Osterjubel in herrlicher Polyphonie. Für den frenetischen Beifall der begeisterten Zuhörer gab es eine Zugabe.

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