Niederschlag umgeleitet
Naturnaher und technischer Hochwasserschutz bald fertig
Schömberg-Schörzingen, 09.04.2010 von Andreas Westerhausen
Derzeit sind zwei Kolonnen der Firma A. M. Müller aus Zimmern ob Rottweil dabei, den naturnahen wie auch technischen Hochwasserschutz für Schörzingen fertig zustellen. Bei einem Vororttermin vor der Gemeinderatssitzung machten sich die Gemeinderäte und Schörzinger Ortschaftsräte ein Bild von der baulichen Umsetzung des Hochwasserschutzes. Laut Bürgermeister Karl-Josef Sprenger ist nur durch das Zusammenwirken von naturnahem und technischem Hochwasserschutz ein sinnvoller und kostengünstiger Schutz vor Niederschlagswasser in Schörzingen möglich. „Die Kosten konnten gegenüber dem Planansatz von 360 000 Euro auf 240 000 Euro gesenkt werden“, so Stadtbaumeister Ralf Allgaier. Da sämtliche Baumaßnahmen auf privaten Grundstücken durchgeführt werden konnten, waren keine Grundstücksaufkäufe notwendig.
Zum technischen Hochwasserschutz zählen die zwei zu bauenden Regenüberläufe. Bernd Kernl und Martin Weisser vom gleichnamigen Planungsbüro in Villingendorf erläuterten die einzelnen Maßnahmen. Der im Bereich Wilflinger Straße/Siemensstraße gelegene Regenüberlauf sorgt dafür, dass bei entsprechenden Niederschlägen das Wasser Richtung Starzel geleitet wird. Dadurch lässt sich der Ortskanal um bis zu 300 Liter pro Sekunde Wasser entlasten. „Der Kanal für die Ableitung“, informierte Landschaftsplanerin Ilse Siegmund, „führt teilweise über aufgeschüttetes Gelände, so dass er mit Lehm abgedichtet werden musste. Das Material hierfür konnte aus den ortseigenen Baustellen entnommen werden. Sobald dieser Überlauf fertiggestellt ist, wird mit den Arbeiten am Regenüberlauf zum Neubaugebiet „Lehenbrunnen“/ Wilflinger Straße begonnen. Dieser soll anfallendes Wasser direkt in den Sulzbach ableiten.
Beim naturnahen Hochwasserschutz entwässern mehrere Mulden zwischen Oberhohenbergstraße und Sulzbachweg das Oberflächenwasser in den Sulzbach. Bei der Mulde II bemängelte Anlieger und Grundstückseigentümer Hans Albrecht, „dass es sich nicht um eine Mulde sondern einen Graben handelt, der sich nicht bewirtschaften lässt.“ Vor allem ärgere ihn, dass seine vor zwei Jahren getätigten Vorsorgemaßnahmen mit einer Drainage zum Sulzbach zerstört und die Kosten hierfür in den Sand gesetzt sind.
Die Mulde III leitet das Niederschlagwasser des Einzugsgebiets „Vor Aspen“ in die Starzel ab. Die Wasserzuführung erfolgt über einen Regenüberlauf an der Wilflinger Straße. Durch den Winter ist die Geländeoberfläche im Bereich „Hinter Mahler“ noch ziemlich durchnässt. Für das geplante Regenrückhaltebecken II an dieser Stelle, können die Bauarbeiten deshalb erst bei trockener Witterung begonnen werden. Beim jetzigen Baufortschritt geht Stadtbaumeister Ralf Allgaier davon aus, dass sämtlichen Arbeiten zum Hochwasserschutz in den ersten Maiwochen abgeschlossen sind.
