Balingen, 06.04.2010

Ein Musical für alle

70 Kinder proben für „Paulus von Tarsus“ – Mittwoch Premiere

Ein Musical für alle
Einmal Bühnenluft schnuppern, das Lampenfieber vor dem großen Auftritt spüren und bei etwas dabei sein, das man aktiv mitgestaltet hat –das alles bietet das Musical „Paulus von Tarsus“.

Das Stück stammt von Markus Heusser und wird gemeinsam mit der Jugendorganisation Adonia aufgeführt. Betritt man das Zentrum der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde, die die Probenräume für eines von sechs Musical-Camps in Baden-Württemberg stellt, sieht man nur unzählige Jacken und Taschen an und vor der Garderobe. Von den 70 teilnehmenden Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren ist weit und breit nichts zu sehen – aber zu hören.

Im größten Saal, gleich neben dem Eingang, probt die siebenköpfige Band auf ihren Instrumenten. Johnny, der Schlagzeuger und gleichzeitig Bandleiter, gibt Anweisungen an die anderen Musiker, wie und wann sie einzusetzen haben. Und was sie da spielen, hört sich gut an, obwohl sie erst seit Samstagnachmittag in dieser Kombination gemeinsam musizieren.

„Die Teens schicken uns vorab Proben ihres Könnens,“ verrät Reinhard Conzelmann, Hauptleiter des Balinger Camps. Damit wird dann die Auswahl getroffen, wer in der Band spielen darf. Auch die Solisten im Chor wurden in einem Mini-Casting am Samstag ausgewählt. Wer einen Solopart singen möchte, konnte sich vorab in eine Liste für sein Wunschstück eintragen. Enttäuschungen bleiben leider nicht aus, aber damit kommen die Jugendlichen klar, so Conzelmann, schließlich lebt das Musical von allen.

Heidrun Sontheimer, hauptberuflich Krankenschwester und ehrenamtlich als Chorleiterin bei Adonia tätig, probt ein Stockwerk weiter unten mit über 20 Sängerinnen und Sängern des Chors. Nachdem alle ihrer Größe gemäß einem Platz zugewiesen wurden, sind die Lieder an der Reihe. Aber nicht nur stimmlich sind die Jugendlichen gefordert. Auf sie wartet auch eine kleine Choreografie, die möglichst synchron auszuführen ist.

Nebenan ist Christian Glage mit den Nachwuchsschauspielern zugange. Von wenigen Sätzen bis zu ausgewachsenen Mono- und Dialogen reicht die Bandbreite an Texten, die die Jugendlichen innerhalb der letzten zwei Monate auswendig gelernt haben. Doch allein Textsicherheit reicht nicht aus. Erst im Zusammenspiel mit den anderen Rollen und schauspielerischer Leistung, wird die jeweilige Rolle zum Leben erweckt.

Lukas Dopfer aus Bad Wurzach, der die Hauptrolle des Paulus verkörpert, muss erst einmal sein Kostüm anprobieren. Eine rote, lange Tunika mit blauer und weißer Schärpe passt recht gut. Nur sein T-Shirt sieht man noch am Ausschnitt. „Das muss man sich halt wegdenken,“ scherzt er und macht sich auf zur Probe.

Von 7.30 Uhr bis halb zehn Uhr abends stehen zahlreiche Termine für die Darsteller auf der Tagesordnung. Neben den Hauptmahlzeiten, die sie gemeinsam einnehmen, und den Proben, gibt es die Möglichkeit in Kleingruppen und mit einem Leiter das zu bereden, was ihnen im Alltag auf der Seele drückt. Der christliche Verein und seine Mitglieder wollen dabei niemanden bekehren, so Conzelmann, „schließlich darf hier jeder mit jeder Religionszugehörigkeit mitmachen“.

Viel Zeit für Heimweh bleibt auf jeden Fall nicht für die Jugendlichen, die bei Gastfamilien während der sieben Camp-Tage untergebracht sind. Bis zur Generalprobe am Mittwochnachmittag in der Volksbankmesse sind es gerade mal dreieinhalb Tage, die für das gemeinsame Proben von Gesang, Tanz und Theater vorgesehen sind.

Nach der Premiere Mittwochabend führt die Gruppe das Musical, das von der Begegnung zwischen dem Christenverfolger Paulus und Jesus handelt, in Ravensburg, Bad Wurzach und Hechingen auf. Um die bisher so disziplinierten und engagierten Jugendlichen nicht mit einer langen Abschiedsszene aufzuhalten, gibt es am kommenden Sonntag nach dem gemeinsamen Gottesdienst ab Mittag die sogenannte „Tränenrunde“, bei der sich jeder von jedem verabschieden kann.

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