Der reinste Betrug
Berater verliert durch „Rip-Deal“ 70 000 Euro
Zollernalbkreis, 01.04.2010
Seit November 2008 hat die Balinger Kripo gegen die aus dem Ausland agierende Bande ermittelt. Der Frau wurde laut Polizei im September 2008 fernmündlich Kaufinteresse für ihre hochwertige Immobilie bekundet. Ein Treffen fand Anfang Oktober in Turin statt. Zur Sprache kam dabei auch ein lukratives Geldtauschgeschäft. Eine Viertelmillion Euro sollten in kleine Scheine umgetauscht werden. Garantiert wurde eine Gewinnmarge von mehr als 15 Prozent. Nach der Rückkehr nach Deutschland wurde telefonisch ein Tauschgeschäft in Höhe von 50 000 Euro zur Probe vereinbart. Beim zweiten Treffen Ende Oktober 2008, nun in Mailand, kamen dem Berater Zweifel. Er befürchtete, man drehe im Falschgeld an. Aus einem größeren Geldbündel 500-er Noten wurden drei geprüft, um die Bedenken auszuräumen. Während der Verhandlungen zum Immobilienverkauf gelang es dann einem der Gesprächspartner, 70 000 Euro, die zum Geldtausch und zum Einkauf in Mailand genutzt werden sollten, aus dem Pilotenkoffer des Beraters zu stehlen.
Dem Haupttäter und seiner Bande – insgesamt 13 Leute – können 29 Taten nachgewiesen werden. Opfer sind in der Regel Verkäufer von Immobilien, Antiquitäten und Kunstwerken. Die Staatsanwaltschaft Hechingen hat eine EU-Ausschreibung veranlasst. Derzeit laufen Vorbereitungen, um den Haupttäter, einen 42-jährigen Österreicher serbischer Herkunft, festzunehmen und nach Deutschland zu überstellen.
