Handygefahr in der Hosentasche?
Landessieg: Albstädter Zwillingsschwestern erforschen Spezielles
Albstadt-Ebingen, 01.04.2010
„Ich hab’s überhaupt nicht glauben können“, jubelte Rebekka Buck (20) aus Albstadt bei der Preisverleihung in München. Die Zwillingsschwestern Tamara und Rebekka, die fürs Schülerforschungszentrums Südwürttemberg in Bad Saulgau starteten, haben sich als zukünftige Ärztinnen eine hochaktuelle Frage gestellt: Wie wirken sich Handystrahlen auf Hodengewebszellen aus?
Bei einer Befragung von 100 Männern stellten die Nachwuchsforscherinnen fest, dass die Mehrheit der Jugendlichen ihre Handys in den Hosentaschen tragen, und inzwischen machen sich manche Sorgen, ob dies auf die Dauer schädlich sein könnte. Zwar gibt es viele Studien, die untersucht haben, ob das Tragen von Handys am Ohr das zentrale Nervensystem negativ verändern kann –, aber noch keine, die die Auswirkung von Handystrahlen auf Hodengewebszellen untersucht hat.
Dazu haben die zwei Schwestern menschliche Hodengewebszellen aus einer Uniklinik in einem Brutschrank gezüchtet und ein eingeschaltetes Handy dazugelegt. Zum Vergleich wurden in einem separaten Brutschrank Hodengewebszellen ohne Handystrahlung herangezogen. Geschädigte Zellen könnten möglicherweise einen programmierten Zelltod (Apoptose) sterben.
Deshalb wurden die Zellen auf bestimmte Apoptosemarker untersucht und mit der zweiten Probe verglichen. Noch lässt sich nicht sagen, ob die Handystrahlung auf das Hodengewebe schädlich ist. Die Studentinnen haben aber Anzeichen entdeckt, dass der Zelltod in den bestrahlten Hoden häufiger auftritt als bei den nicht bestrahlten. Bis zum Bundeswettbewerb wollen sie die Handystrahlen noch genauer untersuchen.
