Keine Baumscheiben

Gartenstraße wird 6,20 Meter breit – Pflaster auf dem Gehweg

Messstetten, 30.03.2010 von Volker Schweizer

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Unter den Großbaustellen in der Meßstetter Ortsdurchfahrt hat die Gartenstraße ganz schön gelitten. Sie musste oft als Umleitungsstrecke herhalten. Nun wird sie saniert.

Allerdings nicht so, wie es sich Hubert Wesner im Gemeinderat vorgestellt hatte. Da auf der kerzengeraden Straße viele Busse und Lastwagen fahren, wollte der Planer die Breite bei sechseinhalb Metern belassen. Um die Geschwindigkeit zu drosseln und für eine Begrünung zu sorgen, sah sein Entwurf in größeren Abständen von 50 bis 60 Meter fünf Baumscheiben vor. Die Baumscheiben hätten die Fahrbahn auf fünfeinhalb Meter verengt.

Cornelia Eppler, die in der Gartenstraße wohnt, berichtete, dass täglich zwischen zehn und 15 Busse durchfahren. Mit ihrer Frage, ob die Baumscheiben nicht stören, entwickelte sich eine lebhafte Debatte. Während Elke Beuttler in Wesners Entwurf eine gute Diskussionsbasis sah, den Verkehr zu verlangsamen und die Sicherheit der Kinder zu erhöhen, prophezeite Tarzisius Eichenlaub ein Riesenchaos. Es komme zu Staus und zu gefährlichen Situationen, zitierte er einen Busfahrer, mit dem er im Vorfeld gesprochen hatte. Ernst Berger gab dem Fraktionsvorsitzenden der Wählervereinigung recht, wies gleichzeitig aber auch auf mögliche Probleme beim Winterdienst hin.

Oliver Rentschler gab zu bedenken, dass die Gartenstraße die einzige Umgehung für die Ortsdurchfahrt sei und leistungsfähig bleiben müsse. Auch war er der Ansicht, dass der Verkehr, der durch Baumscheiben zwangsläufig stocke, die Anlieger noch mehr belaste. „Und Schüler, die im Bus stehen, sind durch das ständige Anfahren und Abbremsen vor Stürzen nicht gefeit“, warnte Rentschler. Zudem störten ihn die Mehrkosten in Höhe von rund 20 000 Euro. Er anminierte die Lehrer zu einer Projektarbeit, die sich mit der Frage beschäftigt: Was sind die meist frequentierten Wege zur Schule?

Der Vorschlag von Josef Fischer, die Gartenstraße als Tempo-40-Zone auszuweisen, wurde nicht weiter erörtert. Gerhard Strobel warnte vor Baumscheiben. In Tieringen hätten Wurzeln schon Straßen und Kanäle kaputt gemacht.

Die meisten Gemeinderäte befürchteten, dass an den Engstellen Busse und Lastwagen nicht gut aneinander vorbeikommen. Dieser Angst widersprach Hubert Wesner: „Mit verminderter Geschwindigkeit geht das schon.“ Vom Einbau von Querbändern riet er aber ab.

Letztendlich votierte das Gremium mit großer Mehrheit für den Vorschlag von Oliver Rentschler. Es gibt keine Baumscheiben und Kandeln. Die Fahrbahn wird 6,20 Meter breit, der gepflasterte Gehweg 1,80 Meter. Tarzisius Eichenlaub war es wichtig, dass die Gehwege in den Einmündungsbereichen abgesenkt werden.

Auch wünschte er sich mehr Grün. Man werde mit den Anliegern sprechen, versicherte Hubert Wesner. Obwohl die Stadt die Kosten für den Rückbau und die Bepflanzung übernehme, sei es in der Vergangenheit immer schwierig gewesen, Leute dafür zu gewinnen.

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