Auf Heimatbesuch weilte gestern der Chef von IBM Deutschland, Martin Jetter (Zweiter von rechts), im Rahmen der Balinger Wirtschaftsgespräche. Als Referenten eingeladen hatten Oberbürgermeister Helmut Reitemann (Bildmitte) und Wirtschaftsförderer Mathias Demmer (rechts) auch den Ersten Hauptkommissar Karl-Otto Gerstenecker (links) und Prof. Martin Rieger von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (Zweiter von links).
Auf Heimatbesuch weilte gestern der Chef von IBM Deutschland, Martin Jetter (Zweiter von rechts), im Rahmen der Balinger Wirtschaftsgespräche. Als Referenten eingeladen hatten Oberbürgermeister Helmut Reitemann (Bildmitte) und Wirtschaftsförderer Mathias Demmer (rechts) auch den Ersten Hauptkommissar Karl-Otto Gerstenecker (links) und Prof. Martin Rieger von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen (Zweiter von links). Foto: Klaus Irion.

Balingen, 30.03.2010

Risikofreudig in die IT-Zukunft

Martin Jetter, Chef von IBM Deutschland, spricht bei Balinger Wirtschaftsgesprächen

Risikofreudig in die IT-Zukunft
Wie sieht der Chef von IBM Deutschland, Martin Jetter, die technologisierte Zukunft. Das erfuhren gestern die Gäste bei Jetters „Heimatbesuch“ im Rahmen der „Balinger Wirtschaftsgespräche.

IBM-kompatibel oder nicht? An dieser Frage schieden sich vor gar nicht allzu langer Zeit noch die Geister. Wer einen IBM-kompatiblen PC besaß, der war auf der Höhe der technologischen Zeit. Der Weltkonzern setzte Maßstäbe im PC-Bereich. Doch das ist längst Geschichte, die PC-Sparte Milliarden-schwer an ein chinesisches Unternehmen veräußert. Und IBM selbst? Dem Unternehmen geht es besser denn je. Das erfuhren diejenigen, die gestern zu den Balinger Wirtschaftsgesprächen ins „Loft“ gekommen waren, von einem, der es wissen muss: Martin Jetter.

Seit November 2006 bekleidet der gebürtige Engstlatter und frühere Handballer die Position des Deutschland-Chefs von IBM. Heimatbesuche wie der gestrige sind nach Jetters Aussage nur noch sporadischer Natur. „Immer wieder einmal ein Besuch bei den Eltern.“ Ansonsten aber ist der studierte Maschinenbauer inzwischen ein „Global Player“ in einem „global vernetzten Unternehmen“, dem nach eigenem Bekunden und auch deutlich vernehmbar der schwäbische Spracheinschlag trotz IBM-Jobs in vieler Herren Länder nicht völlig abhanden gekommen ist. „Alles in allem aber ist mein Schwäbisch inzwischen noch schlechter als das Englisch, das Günther Oettinger spricht.“

Auf Einladung der Stadt Balingen, begrüßt von Oberbürgermeister Helmut Reitemann und Wirtschaftsförderer Mathias Demmer, skizzierte Jetter in seinem Vortrag vor heimischen Wirtschaftsvertretern, Vertretern aus Verwaltung und Kommunalpolitik, aber auch vor „alten Bekannten aus meiner Handballzeit“ eine Welt, wie sein Konzern sie sich vorstellt. „Smart“, soll heißen „clever, intelligent“. Eine IT-Welt, „in der eine Unmenge an Datenströmen geleitet und zur eigenen Entscheidungshilfe auch aussortiert werden müssen“. Eine Hightech-Welt, in der Gehirnschrittmacher entwickelt werden, die Parkinson-Patienten das Zittern ersparen sollen. Eine Welt, in der die Umweltbelastungen durch immerwährende Verkehrsstaus mittels intelligenter Verkehrsleitsysteme minimiert werden. Für den 50-jährigen Jetter ist Deutschland als „Land der Innovationen“ geradezu prädestiniert an dieser Welt mitzuarbeiten. „Gerade auch die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen sind eingeladen, dabei mitzumachen.“

So weit die „smarte“ IBM-Zukunftsvision, die aber auch ihre Schattenseiten haben kann, wie kritische Nachfragen bezüglich der Daten-Sicherheit offenbarten. „Wenn man immer komplexere Systeme schafft, macht man sich auch immer abhängiger von der Technik und im schlimmsten Fall auch angreifbarer“, erklärte ein Zuhörer. Jetters Replik: „Wir wollen den Menschen nicht ihre Entscheidungen abnehmen.“ Gleichwohl erfordere eine ständig komplexer werdende Welt auch technische Entscheidungs-Unterstützung. Außerdem sei es auch stets notwenig, gewisse Risiken einzugehen, um voranzukommen, um durch Veränderungen und Innovationen Finanz-, Wirtschafts-, Strukturkrisen zu überstehen. Die Zuhörer im Saal ließ er wissen: „Man kann sich nicht aus einer Krise heraussparen, man kann sich nur durch Veränderung aus einer Krise herausinvestieren.“

IT-Risiken und IT-Sicherheit standen auch im Mittelpunkt des zweiten Teil des Abends. Der Erste Kriminalhauptkommissar Karl-Otto Gerstenecker referierte über Internet-Kriminalität, Prof. Martin Rieger von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen präsentierte das neue Fach „Digitale Forensik“, das als Aufbaustudiengang in Balingen angesiedelt sein wird und im ZOLLERN-ALB-KURIER bereits mehrfach ausführlich vorgestellt wurde.

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Personen, Veranstaltung, Wirtschaft in der Region, Innovation.

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