Die Wendeplatte bleibt

Bebauungsplan „Gruben-Ramsäcker“ ist beschlossen

Obernheim, 26.03.2010 von Volker Schweizer

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„Sie haben ein großes Stück Ortsgeschichte geschrieben“, lobte Manfred Rathgeb die Gemeinderäte für ihre Zustimmung zum ersten Teil des Bebauungsplanes „Gruben-Ramsäcker“.

Bis es am Dienstagabend soweit war, mussten die Planer vom Ingenieurbüro Breinlinger aus Tuttlingen aber noch einmal für „ihre“ Sache kämpfen.

Denn vor allem an einer Wendeplatte mit einem Durchmesser von 25 Metern schieden sich die Geister. Eine Ringstraße finde er besser, meinte Wolfgang Moser, der damit eine ausgiebige Diskussion über das Für oder Wider eröffnete. Rathgeb sprach sich vehement dagegen aus: „Eine Straße ist wegen den Steigungen nicht möglich.“

Auch dem Naturschutz wurde Rechnung getragen. Da ein Biotop das Baugebiet kreuzt, müssen zwei Bauplätze auf der Nordwestseite weg. Das Landratsamt hatte seine Zustimmung davon abhängig gemacht. In der Stellungnahme der Behörde hieß es: „An den Kanten von ehemaligen Ackerterrassen haben sich entlang von Lesesteinriegeln im Lauf der Zeit sehr wertvolle Heckenzeilen und Magerrasen gebildet, die durch Saumstreifen mit trockenheitsliebenden Pflanzen begleitet werden. Aus vogelkundlicher Sicht ist davon auszugehen, dass hier Strukturen vorhanden sind, die streng geschützten Vogelarten als Lebensraum dienen.“ Ob sich, wie vermutet, auch Eidechsen in Obernheim wohlfühlen, will man nicht weiter prüfen.

Der Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 1993. Da man damals die naturschutzrechtlichen Angelegenheiten nicht aufgearbeitet hatte, erlangte der Entwurf nie Rechtskraft. Zwischenzeitlich gab es Änderungen im Baugesetzbuch und in den -verordnungen. Diese sind nun mit eingearbeitet.

„Gruben-Ramsäcker“ umfasst eine Fläche von zehn Hektar. Von den insgesamt 78 Grundstücken sind rund 30 noch nicht bebaut. Obernheim, bescheinigte Manfred Rathgeb, habe also noch ein sehr gutes Entwicklungspotenzial. Und deshalb sei es auch gerechtfertigt, dass in die dezentrale Niederschlagsbeseitigung investiert werde. Zuerst sollte die Gemeinde die „Wassergeschichte“ angehen, den das schwere Unwetter vom Juli 2009 hänge wie ein Damoklesschwert über Obernheim. Die innere Bebauung könne dann je nach Bedarf angegangen werden.

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