Ein Hauch von Hollywood in Albstadt

Künstliche Wirklichkeit ist „mittelstandsreif“ – Wirtschaftsforum ganz im Zeichen der „Virtual Reality“

Albstadt-Ebingen, 25.03.2010 von Dagmar Stuhrmann

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Die realistische digitale Simulation ist auf dem Vormarsch: Ganz in diesem Sinne stand das 11. Wirtschaftsforum, das gestern in Albstadt über die Bühne ging, dieses Mal im Zeichen der „Virtual Reality“.

Mit Scheinwelten hat man in Albstadts normalerweise nichts am Hut. „Dennoch,“ leitete Albstadts OB Dr. Jürgen Gneveckow gestern Abend das Wirtschaftsforum schmunzelnd ein, „haben wir für Sie Hollywood nach Albstadt geholt“. Immer mehr Unternehmen, auch mittelständische, machen sich die vielfältigen Möglichkeiten der künstlichen Wirklichkeit, der „Virtual Reality“ (VR) zunutze. Denn das hat Vorteile: „Die Interaktion mit dreidimensionalen computergenerierten Modellen in der Produktentwicklung spart Kosten und verbessert die Qualität – aufwendige Prototypen entfallen,“ führte Dr. Gneveckow den Forumsbesuchern die wesentlichen vor Augen.

Seit einem Jahr gibt es an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen für den Master-Studiengang Maschinenbau ein VR-Labor. Die Absolventen können ihr spezifisches Wissen in diesem Bereich in die Unternehmen tragen und zwar bereits während des Studiums, wenn es etwa darum geht, die Abschlussarbeit zu schreiben. Dabei sind die Studenten auf Kooperationen mit heimischen Firmen angewiesen, die auf diesem Wege ihrerseits nähere Bekanntschaft mit dem VR-Labor machen können. Letztlich ergibt sich ein perfekter Schulterschluss: Software- und Hardwareentwickler stellen das „Equipment“ zur Verfügung, die Hochschule bildet die „Bediener“ aus, Firmen bekommen bestens ausgebildete Mitarbeiter.

Ein etwas kleineres Modell als das, das die Hochschule angeschafft hat, diente gestern Demonstrationszwecken in die Albstädter Festhalle. Staunende Besucher erlebten vor der Powerwall unter der Regie von Meiko Panitzsch von der für die Software zuständigen Firma ICIDO hautnah, wie sich vor ihren stereobebrillten Augen eine andere Welt auftat, in der sie eine Maschine der Albstädter Firma SMS nach Wunsch drehen und wenden und Kollisionspunkte aufdecken konnten. Das Faszinierende dabei: Die Wirklichkeit wird im Maßstab 1:1 abgebildet.

Prof. Dr. Nicolai Beisheim von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen zeigte die Möglichkeiten des Labors auf. Wolfgang Klein von der Firma Borgware aus Haigerloch-Owingen, die skalierbare VR-Lösungen für den Mittelstand anbietet, erläuterte, welche Lösungen „Virtual Reality“ für diesen Adressatenkreis bietet. Laut Wirtschaftsförderer Andreas Hödl ist im übrigen vorgesehen, im Rahmen des beantragten „EULE-Netzwerkzentrums“ – mit dem Zuschlag wird im Mai gerechnet – eine solche Anlage interessierten Maschinenbauunternehmern zur Verfügung zur stellen.

Milorad Mijatovic von der Albstädter Firma CompData informierte gestern über die neuesten Anwendungsmöglichkeiten des „Enterprise Resource Planning“, kurz: ERP. Die gewonnenen Eindrücke fasste am Schluss der Veranstaltung Prof. Dr. Otto Kurz von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen zusammen.

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