Au-Stadion als Campus

Stuttgarter Architekturbüro Zoll gewinnt Entwurfs-Wettbewerb

Balingen, 23.03.2010 von Klaus Irion

Das Architektur- und Stadtplanungsbüro Zoll aus Stuttgart ist der Sieger des Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Balinger Au-Stadions. Baudezernent Steidle erläuterte gestern die Entscheidung.

Vier Architektenbüros hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Neben dem Büro Zoll waren dies „archis“ aus Karlsruhe, das Architekturbüro Gatz aus Bamberg und das Balinger Architekturbüro „Widmann-Hauser“, das sich unter vier örtlichen Architekten per Losentscheid in den Entwurfswettbewerb hatte einbringen dürfen.

Für „archis“ und Widmann-Hauser war nach der ersten Wettbewerbsrunde bereits Schluss. „Beide Büros haben letztlich keine zielführende Weiterentwicklung erwarten lassen“, begründete Balingens Baudezernent Ernst Steidle gestern Abend im Rathaus-Foyer Vertretern von Schule, TSG und Balinger Gemeinderat das Votum der Jury. Beim Entwurf von Widmann-Hauser hätten die Juroren „kein schlüssiges Gesamtkonzept erkennen können“ (Steidle), „archis“ wiederum hätte sich laut dem Baudezernenten „viel zu sehr auf sicherheitsrelevante Themen im Bereich des Regionalliga-Fußballs fixiert“.

Blieben noch Gatz und Zoll. Beiden bescheinigte Steidle, der gestellten Aufgabe, ein Gesamtkonzept für das Sportareal vorzulegen, in hohem Maß entsprochen zu haben. Den Ausschlag für das Stuttgarter Büro gab letztlich das Manko der „Gatz-Tribüne“, die Catering lediglich im Obergeschoss und damit nicht barrierefrei ermöglicht. Außerdem hatten die Bamberger Planer ein mögliches Vereinsheim an den äußerten Rand des Areals gesetzt.

Dass alles ist beim Siegerentwurf anders, wie Peter Zoll gestern dem ZOLLERN-ALB-KURIER erklärte. „Wir sind ein Büro, das schon lange mit dem Sport verbunden und vertraut ist.“ Der Wettbewerb sei eine „ausgesprochen schöne Aufgabe“ gewesen, weil es eben gegolten habe, das gesamte Sportgelände neu zu ordnen. „Wir wollen mit unserem Ansatz die verschiedenen Sportarten, die das Au-Stadion-Areal nutzen, zusammenbringen.“

Mit dem „Campus-Charakter“, den Zoll und seine Mitarbeiter entwickelt haben, ist ihnen dies, so die Meinung der Jury auch bestens gelungen. „Es ist das Optimum dessen, was wir gefordert haben“, so Steidle. Mitausschlaggebend für den Sieg war aber auch, dass die Zoll-Tribüne am besten angebaut und erweitert werden kann, den von der Stadt schon aus finanziellen Gründen geforderten „Modul-Bau“ perfektioniert hat.

Ob sich das Areal in den nächsten Jahren tatsächlich in einen Fußball-Regionalliga-tauglichen, Leichtathletik-angemessenen, Kleinspielfelder-einschließenden und Vereinsheim-beheimateten Sportpark à la Zoll verwandeln wird, liegt am Geld und am Gemeinderat. Er hat das letzte Wort.

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