Gedränge im Keller

Oberliga: Abstiegskampf gewinnt deutlich an Brisanz

Balingen, 23.03.2010 von Ralph Conzelmann

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Während der Abstiegskampf in der Fußball-Oberliga an Dramatik zulegt, verliert sich die Spannung an der Tabellenspitze: Primus Hoffenheim ist der Konkurrenz mittlerweile um satte fünf Punkte enteilt.

„Walldorf und Kirchheim möchten wir noch überholen“, hatte Milo Pilipovic vor wenigen Wochen verkündet. Diese Worte holen den Trainer des Bahlinger SC nun ein: Nach dem 0:2 im direkten Duell mit Astoria Walldorf (44 Punkte aus 21 Spielen) verharren die Bahlinger (37/21) auf Rang vier – ohne realistische Möglichkeit, noch einmal ganz vorne anzugreifen. Ganz anders verhält es sich mit Walldorf: Das Team von Roland Dickgießer ist nach dem cool herausgespielten Erfolg im Kaiserstuhl punktgleich mit dem VfL Kirchheim.

Die Teckstädter kassierten am zurückliegenden Wochenende ihre erste Auswärtsniederlage in dieser Saison. Und diese fiel heftig aus: Beim FV Illertissen ging die Truppe von Rolf Baumann mit 1:5 förmlich unter. „Kirchheim in dieser Höhe zu schlagen, ist sensationell“, frohlockte Illertissens Trainer-Urgestein Karl-Heinz Bachthaler nach dem Schlusspfiff. Holger Bachthaler, der Sohn des Coaches, musste aufgrund einer Rotsperre übrigens auf der Tribüne Platz nehmen. Der routinierte Mittelfeldregisseur, der im Sommer seine Karriere eigentlich beenden wollte (wir berichteten), übernimmt zur neuen Runde als Spielertrainer die zweite Mannschaft der Illertäler. Möglicherweise rückt der 34-Jährige zur Saison 2011/2012 sogar zum Chefcoach der „Ersten“ auf. Jedenfalls hat sein Vater erklärt, seinen Posten zum Ende der nächsten Spielzeit definitiv abgeben zu wollen.

Den Kirchheimer Ausrutscher bestrafte Spitzenreiter 1899 Hoffenheim prompt: Dank des zwölften Saisontreffers von Adam Jabiri (60. Minute) setzte sich die Bundesligareserve, die nun fünf Punkte Vorsprung auf Kirchheim und Walldorf hat, mit 1:0 gegen den Kehler FV durch. Die Gäste verloren neben den drei Zählern auch noch ihren Mittelfeldspieler Stefan Laifer, der kurz nach der Halbzeitpause wegen eines Foulspieles die Rote Karte gesehen hatte.

Reichlich Bewegung kommt in den Abstiegskampf: Vier der fünf Schlusslichter haben gewonnen! Der SV Bonlanden (4:1 gegen den mitbedrohten FC Denzlingen), der TSV Crailsheim (3:1 in Weinheim), der ASV Durlach (4:0 gegen Spielberg) und die Stuttgarter Kickers (3:2 gegen Gmünd) fuhren am Wochenende die volle Ernte ein. Besonders brisant: Mit Waldhof Mannheim, Vorletzter in der Regionalliga West, und dem SSV Reutlingen (stellte gestern einen Insolvenzantrag) muss die Oberliga voraussichtlich zwei Traditionsklubs aufnehmen. Das bedeutet: Statt drei gibt es fünf Absteiger.

Noch ein Polster auf die unmittelbar bedrohten Zone weisen unter anderem die TSG Balingen und der FC 08 Villingen auf. Die Schwarzwälder haderten nach ihrer 0:2-Niederlage beim FC Nöttingen mit ihrer Offensive: „Ein Punkt wäre drin gewesen. Doch wir waren zu harmlos. Wenn man nach vorne keine Impulse setzt, kann auch keine Tore schießen“, wetterte FC 08-Trainer Reiner Scheu. Ähnlich äußerte sich dessen Kollege Karsten Maier nach der Balinger 0:1-Pleite in Freiberg: „Wir haben gekämpft, aber das reichte nicht. Wir müssen künftig zielstrebiger agieren.“

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