Skatertraum wird wahr

Schüler aus Weilstetten brennen auf Eröffnung ihrer Anlage

Balingen-Weilstetten, 23.03.2010 von Klaus Irion

Ende April soll die neue Skate-Anlage in Weilstetten fertig sein. Für die Skaterszene in Balingen beginnt dann eine neue Zeitrechnung. Und das alles dank der jahrelangen Hartnäckigkeit einer Jugendgruppe.

Fünf Jahre ist es nun schon her, dass sich die jungen Skater aus Weilstetten aufmachten, ihren Traum von einer Skateranlage vor der Haustür zu leben. „Begonnen hat alles mit einer Unterschriften-Aktion“, erinnert sich der 15-jährige Dean Fischer. Unterstützung erhielten die Jungs damals schon vom Verbindungslehrer der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Weilstetten, Michael Wagner. „Für mich war die Unterstützung naheliegend, mein Sohn ist selbst auch Skater.“

Zwischen 40 und 50 Unterschriften kamen damals zusammen. Genug, um sich beim Weilstetter Ortschaftsrat Gehör zu verschaffen. Eine Einladung zur Sitzung folgte, die Jungs und Lehrer Wagner stellten das Konzept vor. „So ganz genau wussten wir damals selbst noch nicht, was für eine Anlage wir eigentlich wollten“, blickt der 17-jährige Christoph Stenzel zurück. Er und seine Kumpels wären schon glücklich gewesen, „wenn uns die Stadt Balingen einfach eine ebene Fläche mit einem Skatepark aus Fertigkomponenten zur Verfügung gestellt hätte“. Doch es kam alles ganz anders, der Skater-Traum bekam Flügel, respektive professionelle Unterstützung.

Rund 120 000 Euro genehmigte der Balinger Gemeinderat für das Projekt. Über den Leiter des Kinder- und Jugendbüros, Erich Laub kamen die Skater-Initiative in Kontakt mit einer Skatergröße, der in der Schweiz ein Unternehmen führt, dass Skateranlagen konzipiert. Die Weilstetter Skater durften ihre Wünsche und Ideen einbringen. Und so werden sie demnächst nicht mehr die anderthalbstündige Fahrt nach Ravensburg auf sich nehmen müssen, um ihrem Sport in einer semi-professionellen Anlage nachzukommen. Rails, Stairs, Ledges, Roll-in und London Gap entstehen dieser Tage entlang der Hurdnagelstraße in Sichtweite der B 463. Und sollen dort auch auf lange Sicht Spaß bringen und pfleglich behandelt werden.

Schon im Vorfeld des Baus wurden die Jungs von Seiten der Stadtverantwortlichen in die Pflicht genommen, dafür zu sorgen, dass die Bahn auch dauerhaft benutzt werden kann. „Da wird es keinen Stress geben“, glaubt der 19-jährige Malte Wenzel. Zumindest nicht unter den Skatern, das gemeinsame Hobby verbinde.

Und so brennen die Skater nun auf die Bahneröffnung in wenigen Wochen und sind – mit einer kleinen Ausnahme – wunschlos glücklich. „Etwas Licht auf der Anlage wäre noch toll gewesen“, meint Dean Fischer. So sei mit Einbruch der Dunkelheit eben Feierabend auf der Bahn. Aber wer weiß, vielleicht wollten die Verantwortlichen etwas Rücksicht nehmen auf die Bewohner des Weilstetter Neubaugebiets, kaum hundert Meter von der Anlage entfernt.

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