Aus Psychologie wird Biologie

Prof. Bauer erläutert den Zusammenhang zwischen Motivation und Beziehung

Albstadt-Ebingen, 20.03.2010 von Bianka Roith

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„Das Gehirn macht aus der Psychologie Biologie“, lautet die vielfach belegte These von Prof. Dr. Joachim Bauer. Auf Einladung des staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung war er gekommen, um bisher rätselhafte Phänomene im Schulalltag biologisch zu erklären.

„Motivation durch Beziehung, Erziehung durch Spiegelung: Die Schule aus Sicht der Hirnforschung“, war der Vortrag des renommierten Hirnforschers überschrieben, der die Zuhörer, darunter viele Lehrer, Eltern und Erzieher, in Scharen in die Festhalle nach Ebingen lockte. Der Professor an der Uniklinik in Freiburg hielt eine unterhaltsame Biologiestunde ab. Und bei so manchem ging wahrscheinlich ein Licht auf, warum sich Schüler XY so verhält, wie er sich verhält. Und warum er lustlos im Unterricht sitzt und keine Leistung bringt.

Schon ein freundlicher Blick kann das Motivationssystem aktivieren, es kommt auf die zwischenmenschlichen Beziehungen an, erklärte Prof. Bauer. Dies wurde getestet an Patienten. Wenn der Arzt versichert, dass die Schmerzen aufhören, dann tun sie es. Weil der Patient Zuwendung erhält. „Menschen können Drogen für andere Menschen sein, alleine, weil sie da sind.“ Denn dann wird der so wichtige Hormoncocktail ausgeschüttet: Dopamin, das die Energie weckt, Opioide, die ein Wohlgefühl erzeugen und Oxytozin, das Freundschafts- und Gemeinschaftshormon. Bei einem Teil der Jugendlichen gebe es ein dauerhaftes Defizit an sozialer Akzeptanz, Beachtung und Sympathie. Dies könne mit Bewegung und Musik wieder ausgeglichen werden.

Denn ansonsten fahren bei Kindern, die wenig soziale Akzeptanz erhalten, die Stressnervenzellen hoch. Es kommt zu Angst, Depression, Aggression und auch körperlichen Symptomen. Was gefährlich werden kann. Denn diese Kinder suchen sich Angebote, die aus der schlechten Stimmung heraushelfen: Suchtdrogen wie Alkohol, Nikotin und Kokain. Sie setzen sofort Dopamin frei, Graubrot nicht“, erklärte der Professor. Es gibt aber auch nicht stoffgebundene Süchte: die Bildschirmsucht. Bei Killerspielen im Internet erleben die Kinder ein Gemeinschaftsgefühl, sie fühlen sich als ein Jemand und nicht wie in der realen Welt als ein Niemand. „Kinder und Jugendliche wollen wahrgenommen werden“, erklärte der Professor den Zusammenhang zwischen Motivation und Beziehung. Für Beachtung und Anerkennung seien sie bereit, eine Menge zu tun.

Zwei menschliche Gehirne können in Resonanz zueinander gehen. Und Gehirn zwei lässt sich vom Zustand von Gehirn eins anstecken. Prof. Bauer erläuterte dies am Koch-Beispiel. Schneidet sich einer die Fingerkuppe ab, löst das Resonanz beim anderen aus. Auch durchs Publikum ging in spontanes „Aah“.

„Mit der Körpersprache eines nassen Waschlappens macht man keine guten Geschäfte“, riet er den Lehrern, auf ihre Körpersprache zu achten. Denn bei einem sehnsüchtigen Blick nach draußen wollen auch die Kinder ins Freie.

An ihren Früchten sollt ihr sie erknnen

Theorie nach Theorie gehen um die Welt, und alle versprechen Welterlösung. Aber wer schaut sich mal die Früchte der Lehre dieser Theorien an? Ich weiß, diese Theorien in Frage zu stellen, macht mich ein Aussenseiter. Ich stelle das Wissen dieses Professors NICHT in FRAGE! Es geht um die Anwendung. Ein anderer Professor, vom Technikum Reutlingen, sagte, dass eine Theorie nicht anwendbar ist, ist sie falsch.
Wenn es so leicht wäre, Menschen, vor allem junge Menschen, zu motivieren, wo bleiben die Früchte? Was motiviert Junge Menschen ältere Menschen - die ihre Großeltern sein könnten - beim Aussteigen aus dem Zug zu hindern, einen Mann - der ihr Vater sein könnte - an einem Baahnhof zu ermorden? Unsere Welt wird nicht besser - trotz Erkenntnisse - die ich nicht in Frage stellen will! Was motiviert die Gestzgeber, so sinnlos milde Gesetze zu machen? Und was motiviert Richter, fast immer die niedrigste Strafen anzuwenden?
Josef Bujtor am 21.03.2010 07:55:18
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