Zur Schule gen Bisingen

Engstlatter Eltern hoffen auf einen Naldo-Sondertarif

Balingen-Engstlatt, 20.03.2010 von Klaus Irion

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Die Debatte um die neue Werkrealschule ebbt nicht ab. Nun wollen Engstlatter Eltern ihre Kinder nach Bisingen schicken.

Katja Dodd ist Mutter von fünf Kindern. Eines ihrer Kinder besucht derzeit die vierte Klasse der Engstlatter Grundschule und wechselt zum kommenden Schuljahr auf die Werkrealschule. Die Frage ist nur, auf welche? Die Hauptschule mit Werkrealschule Engstlatt ist nicht möglich, weil dort nach dem Willen des Balinger Gemeinderats keine neue 5. Klasse mehr gebildet wird.

So hat Katja Dodd nun für ihr Kind die Qual der Wahl zwischen der neuen Werkrealschule Nord (Sichelschule mit Außenstelle Längenfeldschule) und der Werkrealschule Süd (Grund- und Werkrealschule Frommern mit Außenstelle in Weilstetten). Sie kann sich aber wegen der Aufhebung der Schulbezirke und der damit einhergehenden freien Werkrealschul-Wahl genauso gut in Richtung der Schulen außerhalb von Balingen orientieren. Und genau das möchte sie.

„Mit mir sind es noch drei weitere Eltern, die ihre Kinder nicht auf die Sichelschule, sondern auf die künftige Grund- und Werkrealschule Bisingen schicken wollen.“ Für den dortigen Rektor Alfred Tritz kein Problem: „Die Eltern haben bei der Schulwahl freie Hand, die Schüler aus Engstlatt können jederzeit zu uns kommen.

So weit, so gut. Problematisch wird es für sie persönlich, so Dodd, wenn die Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Bisinger Schule fahren sollen. Denn bei der Fahrt von Engstlatt nach Bisingen wird eine Naldo-Wabe überschritten. Dadurch wird die Fahrt zur Schule ungleich teurer. Ein Umstand, der auch andernorts im Landkreis künftig für Missmut sorgen könnte. Rektor Tritz indes hat von einem Kollegen erfahren, dass man sich auf dem Landratsamt diesbezüglich bereits Gedanken mache. Eine Bestätigung vom Verkehrsamt war gestern aber noch nicht zu erhalten.

Ein ganz anderes Problem beschäftigt derweil den Engstlatter Ortschaftsrat, der am Donnerstagabend tagte. „Es war eine hitzige Debatte“, so Ortsvorsteher Hans Bitzer. Die Räte seien sich einig gewesen, dass es nicht angehe, dass die Engstlatter Schule öffentlich schlecht gemacht werde. Es sei nach wie vor möglich, ab Klasse sechs nach Engstlatt zu wechseln. „Unsere Schule ist auch keinesfalls eine Hauptschule in bisheriger Form.“ Vielmehr würde mit der verpflichtenden Einführung eines Wahlpflichtfachs „dasselbe Schulprofil erzeugt wie auf den neuen Balinger Werkrealschulen.

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