Kompakter Dauerbrenner
Oberliga: TSG Balingen gastiert beim SGV Freiberg – Dünne Personaldecke
Balingen, 19.03.2010 von Ralph Conzelmann
Als Bambini schnürte Marcus Wenninger erstmals seine Kickstiefel für den SGV Freiberg. Das war 1979. Seither hat er den Verein nie verlassen – dabei zählt der jetzige Trainer des aktuellen Oberliga-Achten mittlerweile 37 Lenze. Seit 2004 coacht das Freiberger Urgestein die „dienstälteste“ Mannschaft der Liga. Die Freiberger gehören seit 2001 ununterbrochen dieser Klasse an – so lange wie kein anderer Verein.
Beständigkeit auf der einen, steter Wandel auf der anderen Seite: Das ist es, was den rührigen Sport- und Gesangsverein am Ufer des Neckars auszeichnet. Denn Wenninger ist bekannt dafür, dass er sein Team in einem fortwährenden Prozess sieht. Der Trainer, der seinen Vertrag vor kurzem um zwei weitere Jahre verlängert hat, baute den Kader selbst in der Winterpause noch einmal kräftig um. Einige Routiniers hat der frühere Mittelfeldspieler aussortiert, dafür dem Team mit den Neuzugängen Marco Kovac und Alexander Rudenko, sowie den Rekonvaleszenten Kresimir Lukic und Josip Marovic frisches Blut einverleibt.
In der Vorbereitung auf die Rückrunde hinterließen die Freiberger einen starken Eindruck. So gab's unter anderem ein 2:2 im Testspiel beim Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach. Mit demselben Resultat trennte man sich gleichwohl zuletzt vom Verbandsligisten Spvgg Ludwigsburg. Über die nachhaltige Bewertung und Einschätzung solcher Ergebnisse lässt sich also trefflich streiten.
Kein Zweifel besteht allerdings daran, dass die Freiberger, die für ihre herausragende Nachwuchsarbeit bekannt sind, über kurz oder lang nach Höherem streben. Abteilungsleiter Uwe Hoffmann ist überzeugt: „Wir haben die Chance, vorne mitzuspielen. Klar ist, dass wir jetzt einen Schritt nach vorne machen wollen.“ In selbe Horn stößt Trainer Wenninger: „Mit dieser Mannschaft ist vieles möglich“, glaubt der Coach.
Ganze fünf Niederlagen handelte sich der SGV im bisherigen Rundenverlauf ein – eine Marke, die nur von den Topteams aus Kirchheim (1) und Hoffenheim (3) unterboten wird. Allerdings stehen bereits sieben Freiberger Unentschieden zu Buche; kein Konkurrent hat häufiger remis gespielt. Auch das Hinspiel in Balingen (1:1) endete ohne Sieger.
„Freiberg ist besser, als es der Tabellenplatz aussagt“, weiß der Balinger Trainer Karsten Maier. Dass die Elf des Kollegen Marcus Wenninger bislang hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben sei, zeige aber auch, „dass sie anfällig sind.“ Die SGV-Truppe beschreibt Maier als „junge Mannschaft, die taktisch sehr diszipliniert agiert – also kompakt steht, die Räume eng macht und gut kontert.“ Obwohl es sich um einen spielstarken Kontrahenten handle, glaubt Balingens Coach fest an eine Chance für seine Auserwählten: „Alles ist möglich“, ist der 40-Jährige überzeugt.
Sorge bereitet dem TSG-Trainer sein Personal: Zwischenzeitlich hat sich auch noch Felice Dilucia verletzt – der Mittelfeldlenker ist im Training umgeknickt. Zudem fallen Ketis (beruflich verhindert), Buchstor, Fabian Maier (beide im Ausland), Taube, Todorovic (beide verletzt) und wohl auch Deufel und Willig (beide verletzt) aus.
Für Fans besteht morgen Mitfahrgelegenheit. Der Mannschaftbus fährt um 11.30 Uhr ab.
