Ich habe einen Traum
Ich habe einen Traum, 17.03.2010 von Gudrun Stoll
Irgendwann möchte ich die Koffer packen, in Ebingen in einen komfortablen Zug steigen, der mich flugs an den Stuttgarter Flughafen bringt, wo mich nur noch eine Rolltreppe vom Anschluss an die Welt trennt. Denn so gerne ich auf der Alb lebe, um Tram und S-Bahn beneide ich die Städter wirklich.
Hätte ich diesen Wunsch einem der Planer offenbart, der am Montag den Kreisräten erläutert hat, wie es um die Zukunft der Zollernbahn bestellt ist, er hätte ehrlicherweise antworten müssen „träumen Sie ruhig weiter“.
In der Landeshauptstadt wird am Großprojekt Stuttgart 21 und den überregionalen Verbindungen getüftelt, an die der Regionalverkehr angepasst wird. Zu glauben, die Zollernbahn gehört dabei zu den Projekten, die allerhöchste Priorität genießen, wäre naiv. Zu glauben, die planerisch machbare Elektrifizierung bis Ebingen kommt mittelfristig, führt ins Leere. Wenn aus dieser Sitzung etwas bleibt, dann die Erkenntnis, dass wir Zollernälbler noch lange auf Diesel abonniert sind und eigentlich nur eines tun können: Bei mangelnder Qualität den Verantwortlichen so lange auf die Füße zu treten, bis sie begreifen, dass auch der Kunde von der Zollernalb König ist. Gut, dass nun auch die CDU schärfere Töne anschlägt. Nun müssen Taten in Form politischer Gespräche folgen. Abwanderung, Überalterung, Arbeitslosigkeit, Verkehrsschatten - die Region braucht mehr Stimme und Gewicht in Stuttgart.
Und die Zollernbahn ? Da interessieren den Bürger und Fahrgast eigentlich nur die W-Fragen. Wann kommt die Elektrifizierung ? Wie viel kostet sie? Wer bezahlt ? Sie rasch und klar zu beantworten, ist Aufgabe der Politiker.
