Medaillenschmiede erneut ausgezeichnet
Anerkennung der Landessportschule als „Spitzensportzentrum Kunstradsport“ verlängert
Albstadt-Ebingen, 16.03.2010 von Reinhard Linder
Selbst Sportler aus Fernost trainieren hier. Diese exponierte Stellung soll auch in Zukunft gewahrt bleiben. Um die damit verbundenen finanziellen Lasten nicht allein dem Württembergischen Radsportverband (WRSV), den Sponsoren, sowie der Stadt Albstadt aufzubürden, trägt der Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) auch ein Scherflein in Form von Projektförderung bei.
Dessen Leistungssportbeauftragter, Björn Ahsbahs, hat gestern Nachmittag in einer kleinen Feierstunde an der Landessportschule Albstadt (LSS) die Anerkennung der Medaillenschmiede als „Regionales Spitzensportzentrum Kunstradsport Albstadt“ um drei weitere Jahre verlängert – und das entsprechende Schild an den Chef der Albstädter Talentschmiede, Ulrich Bock, sowie Landes- und Bundestrainer Dieter Maute überreicht.
Vor vier Jahren durften die Kunstradler erstmals dieses Zertifikat in ihrer mittlerweile optimal ausgestatteten Halle aufhängen. Eine Verlängerung sei jedoch keine Formsache, betonte Björn Ahsbahs in seiner gestrigen Rede vor den Sponsoren und Partnern der Kunstradfahrer. Vielmehr werde von Seiten des Landessportverbands peinlich genau überprüft, ob die Zielvereinbarungen aus dem vorigen Zeitraum erfüllt worden seien. Wie erwartet, sei dies bei den Albstädtern der Fall gewesen, anderen Standorten sei die Auszeichnung hingegen entzogen worden. Ohnehin sei es bemerkenswert, dass das Kunstradfahren die einzige nicht-olympische Sportart ist, die sich in Baden-Württemberg eines regionalen Spitzensportzentrums (RSZ) erfreuen dürfe.
Das Zertifikat sei natürlich auch eine persönliche Auszeichnung für die erstklassige Arbeit von Dieter Maute, unterstrich Albstadts Oberbürgermeister, Dr. Jürgen Gneveckow, die Leistung des Vereins-, Landes- und Bundestrainers. Sichtbarer Beweis für die nachhaltige Talentförderung sei die – ebenfalls anwesende – zweifache Weltmeisterin Anja Scheu vom RSV Tailfingen. An die Sponsoren gewandt äußerte der Oberbürgermeister die Bitte, ihr Engagement beizubehalten, „erst recht in Zeiten, in denen die Kommunen schwächeln.“
Dank der RSV-Förderung und der Unterstützung durch Partner im medizinischen Bereich sei es in den vergangenen vier Jahren gelungen, die Bedingungen am RSZ für alle Sportler und Trainer zu verbessern, gab Maute zu Protokoll. Das werde nun auch in Zukunft der Fall sein. So stehe ein Projekt kurz vor der Vollendung: nämlich die Entwicklung eines Trainingsgeräts zum Erlernen des Drehsprungs in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut in Stuttgart und der ortsansässigen Firma Alber. Dies sei notwendig, so führte Maute aus, um die Ausnahmestellung der baden-württembergischen Kunstradfahrer auf nationaler und internationaler Ebene zu zementieren.
Der Leiter der Landessportschule, Ulrich Bock, erzählte stolz, dass es in der Halle mehrmals pro Woche vor Kindern wusele und gab damit Ahsbahs das Stichwort auf den Sinn der regionalen Spitzensportzentren hinzuweisen: „Wir Baden-Württemberger sind Weltmeister im Nachwuchsleistungssport, aber bei den Aktiven wird es dünn.“ Die RSZ müssten die Aufgabe erfüllen, aus Talenten erfolgreiche Athleten zu machen und diese im „Ländle“ zu halten.
Dass auch andere Nationen vom Know-how der Albstädter profitieren, sehe er nicht als Hindernis, vielmehr dürfte etwas mehr Konkurrenz der von Baden-Württembergern dominierten Sportart durchaus nützlich sein. Was wiederum Dieter Maute und seinem Vater und Vorgänger als Landestrainer, Manfred Maute, ein Lächeln entlockte. Diese haben unzählige Anfragen von Athleten und Trainern aus dem europäischen Ausland und aus China, die sich im Mekka des Kunstradsports weiterbilden wollen.
