Spüre, dass ich hier Neues wagen kann

Vikar Jochen Boos aus Schorndorf ist der neue Pfarrer der Heilig-Geist-Gemeinde

Balingen, 15.03.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Bei seinem ersten – noch anonymen- Besuch in Balingen hat ihm die Kirche sofort gefallen. Bei seinem offiziellen Besuch hat er dann gespürt, „das ich mit dieser Gemeinde Neues wagen kann.“ Jochen Boos, der neue Pfarrer der Heilig-Geist-Gemeinde, freut sich auf seine neue Aufgabe.

Gestern Morgen im Zehn-Uhr-Gottesdienst hat Hans Ostertag, der zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderates, die gute Nachricht verkündet: Die rund 5000 Katholiken der Heilig-Geist-Gemeinde haben wieder einen Seelsorger, mit dem sie sich „auf einen Neubeginn und eine gutes Miteinander freuen“, so Ostertag. Bischof Dr. Gebhard Fürst hat Jochen Boos am Dienstag zum neuen Pfarrer der Heilig-Geist-Gemeinde ernannt. Auch in den anderen Gemeinden der Seelsorgeeinheit wurde die Ernennung bekannt gegeben.

Jochen Boos hat eine interessante Lebensgeschichte: Der 46-Jährige ist in Baiersbronn geboren und in Baienfurt bei Ravensburg aufgewachsen. In seiner Jugend war in der KJG, im Kinderchor, im Turnverein, im Theaterverein und tat Dienst als Ministrant. In Immenstaad im Internat St. Josef Hersberg spürte er seine tiefe Verbundenheit zum katholischen Glauben. Er entschied sich dann aber für einen bodenständigen Beruf, weil ihn das Heimweh plagte und er nach einem Anker suchte. Er lernte Maurer, machte die Meisterprüfung und gründete ein eigenes kleines Baugeschäft, das er drei Jahre lang führte.

Der Wendepunkt in seinem Leben kam 2000: Als Spätberufener studierte der Handwerker Theologie. Jochen Boos, der ein begeisterter Fußballer ist und die A-Jugend der SG Baienfurt fast 15 Jahr lang trainiert hat – „daher habe ich Balingen auch gut gekannt“, sagt er – war dann Diakon in Munderkingen, zwei Jahre Vikar in Bad Buchau und seit 2008 Vikar in Schorndorf.

Bei seinem ersten Balinger Besuch als „Mäusle“ , wie er sagt, gefiel ihm das schöne Gotteshaus. Den Ausschlag, sich zu bewerben, brachte der spätere Besuch im November. Denn hier lernte Boos auch die Menschen kennen. „Ich habe gemerkt, dass ich mit dieser Gemeinde Neues wagen kann“, erzählt er von seinen damaligen Empfindungen. Er stehe hinter einer missionarischen Kirche, die bereit ist zu neuen Aufbrüchen.

Im November hat Boos auch seinen Vorgänger Pfarrer Franz Nagler kennengelernt. Er weiß um Naglers großer Beliebtheit und seinem ungewöhnlichen Amtsstil. „In diese Fußstapfen will und kann ich nicht treten“, betont der Seelsorger: „Ich bin ein ganz anderer Typ.“ Er werde seinen eigenen Amtsstil pflegen und wolle gemeinsam mit den Gläubigen etwas Neues wagen. Die Investitur ist voraussichtlich im September.

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