Der Körper tut nicht, was er soll. . .

Uli Böttcher witzelt über die Gebrechen der Generation „Ü40“

Balingen, 13.03.2010 von Romina Salvaggio

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„Ü 40 – die Party ist zu Ende“: Ein Horrorszenario für Enddreißiger. Kabarettist Uli Böttcher persifliert den Eintritt ins Schwabenalter und nimmt sich auch gerne selbst mal aufs Korn.

„Mit 66 Jahren fängt das Leben an“, singt Udo Jürgens. Nicht so bei Uli Böttcher. Er jedenfalls spricht von einer Katastrophe: Die Phase ab 40, in der „die Wendung zum Niedergang“ beginnt, sei voller Tücken. Er muss es ja wissen, schließlich ist er bereits 44. Das mit dem Bücken und Schuhe schnüren klappt ja heute noch ganz gut bei ihm: „Wenn ich schon hier unten bin – kann ich dann noch andere Dinge erledigen? Auf solche Gedanken wäre ich früher nie gekommen“, bekennt der zweifache Familienvater.

Fast alles funktioniere ja noch wunderbar, meint der Kabarettist. Naja, eben nur noch fast alles. Böttcher stellt fest, dass man eine Art Album bekommt, das Schmerzen sammelt. Und nicht nur die. Es trifft ihn hart, wenn er nach so langen Jahren feststellen muss, dass nachts nicht der Apshalt-Schredder vor seinem Haus zu Gange ist, sondern dass er es akustisch ohne Probleme mit derart lauten Geräten aufnehmen kann. „Ich hab's meiner Frau einfach net geglaubt“, gesteht er. „Bis sie eines Tages eine Aufnahme auf dem MP3-Player angeschleppt hat – die Beweislast war erdrückend. Ich muss es gewesen sein.“ Warum fängt der Mann mit 40 an zu schnarchen? Der Kabarettist hat da eine plausible Erklärung parat: Es müsse am Zäpfchen liegen. Das wird nämlich „lummelig“. Wie so vieles andere am Körper.

Nein, er will sich nicht damit abfinden, dass sein Körper nicht das tut, was er soll. „Alles im Körper scheint sich mit dem Alter zu verbinden. Die Spannkraft lässt so nach, dass sich alles in der Mitte trifft“, sagt er und zeigt lachend auf seinen Bauch. Zu seinem eigenen Bedauern muss er zugeben, dass Mitte 20 körperlich in der Liebe „noch alles geht“. Bis zu dreizehn mal im Jahr hat der sympathische Uli Böttcher „die Liebe seines Lebens“ getroffen. Daran sind die Synapsen schuld. Die nämlich schwirren lose im Kopf herum, versucht der mittlerweile bodenständige Familienmensch seinen damals recht unsteten Lebenswandel zu erklären. Und schiebt den Hormonen die Schuld an seiner emotionalen Achterbahn zu.

Eine weitere Geisel des Alters hat der Vater zweier pubertierender Kinder schnell ausgemacht: Elternabende. Kennenlernspiele mit einem „Wollboppel“ und nicht enden wollende Nachfragen überbesorgter Mütter haben den ansonsten handzahmen Böttcher gar in Untersuchungshaft gebracht. „Zum Glück hatte der Richter auch Kinder und konnte mich gut verstehen – die Anklage wegen schwerer Körperverletzung war somit schnell vom Tisch“, erinnert sich der Kabarettist mit gemischten Gefühlen an dieses Kapitel seines Lebens. Aber nicht alles werde im Alter schlechter, verweist der Mittvierziger auf die schönen Seiten des Älterwerdens. „Viele Dinge werden zwar quantitativ weniger, dafür qualitativ deutlich besser“, betont Uli Böttcher und lächelt verschmitzt.

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