Schutzengel

Ich glaube an Schutzengel, 13.03.2010 von Daniel Seeburger

In manchen Situationen meint man, den geflügelten Gesellen direkt neben sich zu spüren. Am vergangenen Donnerstag zum Beispiel. Es schneite stark und die vierspurige Bundesstraße in Balingen war spiegelglatt. Ich fuhr, so wie es sich gehört, mit gedrosselter Geschwindigkeit auf der rechten Fahrbahn und hielt ausreichend Abstand zu meinem Vordermann. Im Rückspiegel machte ich einen Lieferwagen aus, der auf der Überholspur nahte. Er preschte an mir vorbei und versuchte, rechts vor mir einzuscheren. Ich bremste vorsichtshalber ab. Der Fahrer des Lieferwagens auch, denn er hatte wohl einen wichtigen Termin in Balingen und steuerte quer über die Straße die Abbiegespur an. „Steuerte“ ist vielleicht der falsche Ausdruck. Bedingt durch die Glätte schleuderte das Gefährt, drehte sich einmal um die eigene Achse, wackelte bedenklich und drohte umzustürzen. Hier kam dann ein ganzes Heer Gleichgewichts-Schutzengel zum Einsatz, um den Lieferwagen am Umkippen zu hindern. Ich konnte gerade noch ausweichen – auch mein Schutzengel war aktiv. Der Fahrer des Lieferwagens überlegte nur kurz und beschleunigte wieder äußerst robust.

Leider gibt es keine Ohren-Langzieh-Engel. Der Fahrer des Lieferwagens hätte ausgesehen wie ein afrikanischer Elefant.

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