Gedenken an Opfer in Winnenden
Balinger Grandt will Ermittler korrigieren
Balingen/Reutlingen, 11.03.2010
Mit einem eigens gestalteten Radiobeitrag wenden sich Angehörige der Opfer des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen heute an die Menschen in Baden-Württemberg. Zum ersten Jahrestag wollen sie auf diese Weise an die Ereignisse vom 11. März 2009 erinnern und ihrer anhaltenden Trauer Ausdruck verleihen.
Gleichzeitig wird unter den Betroffenen und Angehörigen der Opfer Kritik an der ebenfalls für heute geplanten öffentlichen Gedenkfeier laut. Vor allem den Zeitpunkt der Veranstaltung, die von elf bis zwölf Uhr direkt vor dem Eingang der Albertville-Realschule stattfindet, halten viele für unpassend. „Wir werden nicht daran teilnehmen“, sagt Barbara Nalepa, Mutter eines der Opfer. „Unsere Tochter ist um kurz vor elf Uhr im Krankenhaus verstorben. Zu diesem Zeitpunkt möchten wir gern allein sein und an ihrem Grab stehen“, so die 38-Jährige. Auch einem geplanten Mittagessen mit dem Bundespräsidenten wollen viele der Hinterbliebenen fernbleiben. Zum einen hätte es Beschränkungen gegeben, mit wie vielen Personen jede Familie daran teilnehmen kann, zum anderen wolle man den Tag viel lieber unter sich sein.
Hit-Radio ANTENNE 1 sendet den Beitrag im Rahmen der landesweiten Gedenkminute um 9.33 Uhr in seinem Programm.
Indes setzt der Balinger Guido Grandt seine Reihe der Skandal-Bestseller mit einem neuen Buch ebenfalls zu diesem Thema fort. Heute stellt er es offiziell vor. Er selbst sei damals vor Ort gewesen. Nach offiziellen und inoffiziellen Gesprächen mit Zeugen und Familienangehörigen, mit Kollegen und Rettungskräften, nach der Auswertung von zahlreichen Fotos und Videos, zweifelt Grandt in der ihm eigenen Enthüllungsmanier an den Schilderungen der Behörden. Es handle sich um keinen wahllosen Amoklauf, sondern um gezielte Exekutionen. Auch hegt der Balinger Zweifel am Selbstmord des Tim Ks., sowie an dessen alleinigem Handeln. Er glaube an einen zweiten Täter und lockt für seine Auflage mit immer wieder gern bemühtem Slogan: „Nach diesem Buch muss die Geschichte von Winnenden neu geschrieben werden«.
