Nie mehr „oben ohne“
10.03.2010 von Rosalinde Conzelmann
Dieser Winter war ein Traumwinter für Wintersportler. Auch ich fahre gerne in die Berge zum Skifahren und genieße die kurzen sportlichen Auszeiten vom Alltag. Da ich nicht zu jenen „Pistensäuen“ gehöre, die die Abfahrten für eine Rennstrecke halten, frönte ich bislang meinem Hobby unbehelmt. Einzig eine Strickmütze oder ein Stirnband wärmte Kopf und Ohren. Nach dem Althaus-Unfall vor einem Jahr änderte sich das Bild auf den Pisten: Es begann eine wahre Helm-Hysterie. Ich gehörte nun zu den Exoten auf der Piste. Bei unserem jüngsten Skitrip ins Allgäu gingen wir auch auf Shopping-Tour in die Sportgeschäfte. „Probier doch mal“, schleppte mein Freund einen Helm an. Er zählte übrigens zu den ersten, die sich einen Helm gekauft haben – vor dem Althaus-Unfall, weil die Carver die Pisten gefährlicher gemacht haben. Schon der dritte Helm passte und sah sogar einigermaßen gut aus. Und da er auch noch reduziert war, wollte ich mir das Schnäppchen nicht entgehen lassen. Am nächsten Skitag reihte ich mich auf dem Nebelhorn in die Masse der Helmträger ein. Ich hab's nicht bereut. Ich kam bei einer Schussfahrt auf einen Stein und wurde ausgehebelt. Der Ski flog durch die Luft, ich prallte mit dem Gesicht auf die eisige Piste. Mein Helm hat das Schlimmste verhindert, ne Schramme an der Nase von der Brille war das einzige Malheur. Ich habe meine Lektion gelernt und fahre nie mehr „oben ohne“.
