Von spießigen Punkern und urliberaler Politik

Judith Skudelny (34) aus Nürtingen vertritt als Patenabgeordnete der FDP den Wahlkreis Zollernalb im Bundestag

Balingen, 10.03.2010 von Daniel Seeburger

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21,5 Prozente hat die FDP bei der Bundestagswahl im Wahlkreis eingefahren. Trotzdem reichte es nicht für einen Abgeordneten in Berlin. Judith Skudelny hat die Aufgabe übernommen.

Judith Skudelny zählt mit ihren 34 Jahren zu den jungen Abgeordneten im Parlament. Die zweifache Mutter aus Nürtingen vertritt die Wahlkreise Nürtingen und Esslingen und als Patenabgeordnete den Wahlkreis Zollernalb in Berlin. Obwohl die FDP hier im vergangenen Jahr einen Stimmenzuwachs von 9,6 Prozent verzeichnen konnte, reichte es weder zu einem Direktmandat noch zu einem Mandat über die Landesliste. Die Rechtsanwältin arbeitet beim Amtsgerichtsbezirk Tübingen und kennt den Zollernalbkreis gut. Beim Besuch des ZOLLERN-ALB-KUIERS spricht die 34-Jährige von einer „freiwillig gefühlten Zuständigkeit“ für den Wahlkreis Zollernalb.

Vor zehn Jahren begann die politische Karriere von Judith Skudelny. Sie kandidierte für den Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen und fiel prompt durch. Fünf Jahre später klappte es dann. „Die Gemeinderatsarbeit ist mit der Tätigkeit im Bundestag nicht zu vergleichen. Berlin ist ideologischer“, erklärt sie. Aber die 34-Jährige ist auch überzeugt davon, das man sich einmischen muss. „Du muss es nicht nur besser wissen, sondern auch zeigen, dass du es besser machen kannst“, erklärt die frisch gebackene Abgeordnete.

Und weshalb gerade bei der FDP? „Ich bin nicht konservativ“, verrät sie. „Und die SPD ist mir zu ideologisch“. „Jeder sollte für sich den eigenen Weg finden, und zwar mit der größtmöglichen Freiheit“, meint Judith Skudelny. Diesen Weg sieht die 34-Jährige in der FDP verwirklicht. „Ich bin urliberal“, verrät sie und erzählt von den beiden Punkern, die sei einmal in ihrem Auto mitgenommen hat. Sie hätten ihr vorgeworfen, spießig zu sein. Genau denselben Vorwurf allerdings mussten sich die Fahrgäste von der Politikerin gefallen lassen, weil die vermeintlich coolen Jugendlichen andere Ansichten nicht gelten lassen wollten. Im Bundestag gehört Judith Skudelny dem Umweltausschuss an. Ihr Ziel sei es, Bundesthemen auch bei den Bürgern zu verankern, erklärt die junge Abgeordnete. Das ist für sie die Grundvoraussetzung, „Politik zu machen, die man auch versteht“. Doch sie verschweigt auch nicht, dass sie nach der kurzen Zeit im Bundestag noch Lernbedarf hat. Beispielsweise in der Energiepolitik. Die müsse man „erst einmal verstehen“, führt sie aus.

Judith Skudelny will die „Menschen mitnehmen und in die Entscheidungsprozesse mit einbeziehen“. Politikverdrossenheit entstehe dann, wenn die Menschen die Politik nicht mehr verstünden, sagt die 34-Jährige.

„Politik muss Spaß machen“, sagt die junge FDP-Politikerin dem Kreisvorsitzenden Siegfried Rall, den sie in der ZAK-Redaktion trifft. Der stimmt ihr zu. „Das Gemeinschaftsgefühl im Kreisverband ist wichtig“. Auch da will ihr Rall nicht widersprechen.

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