Konzert von quicklebendiger Frische

Stuttgarter Kammersolisten spielen in gut besetzter Stadtkirche – Quintett überzeugt die Zuhörer

Balingen, 10.03.2010

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Erneut erlebten die Besucher der Balinger Konzerte einen Musikabend auf höchstem Niveau: die Stuttgarter Kammersolisten boten in der gut besetzten Stadtkirche ein anspruchsvolles Programm.

Das Bläserensemble, das im Jahr 2000 von renommierten Stuttgarter Kammermusikern gegründet wurde, spielt in unterschiedlichen Besetzungen vom Duo bis zum Sextett. An diesem Abend traten Hans-Peter Fink (Flöte), Hans-Jörg Alber (Oboe), Uschi Dahlhausen (Klarinette), Max Oberroither (Horn) und Oliver Hasenzahl (Fagott) durchweg als Quintett auf und begeisterten mit einer sehr überzeugenden Verbindung von technischer Perfektion und lebhafter Spielfreude.

Fagottist Oliver Hasenzahl moderierte kenntnisreich und anekdotisch durch den Abend. So erfuhren die Zuhörer beispielsweise, dass Antonin Dvorák mit Vorliebe in der Küche komponierte und dass Astor Piazzolla für die Weiterentwicklung des argentinischen Tango vor seiner Haustür verprügelt wurde. Nichts dergleichen musste dieses erstklassige Ensemble fürchten – bereits beim ersten Stück des Abends überzeugten die fünf Musiker mit quicklebendiger Frische und gleichzeitig großer Intonationssicherheit und Präzision. Ein Frühwerk von Beethoven, das erst nach seinem Tod veröffentlichte Bläseroktett op. 103, kam in einer Bearbeitung für Bläserquintett anschließend zu Gehör. Deutlich ist die Wirkung Mozarts noch zu spüren in dieser Komposition des 22-Jährigen. Wiederum eine Bearbeitung, nämlich von Dvoráks Slavischem Tanz g-moll, stand nun auf dem Programm. Brillant und temperamentvoll interpretierten die Kammersolisten das folkloristisch geprägte Werk.

Besonders spannend wurde es nach der Pause mit dem Quintett op. 43 des dänischen Komponisten Carl Nielsen von 1922. Als eines der wenigen original für diese Besetzung komponierten Werke schöpft es alle klanglichen Möglichkeiten dieser Instrumentenkombination aus, wobei auch solistische Glanzlichter gesetzt werden. Das mit prägnanten Themen gespickte Stück überrascht im Finalsatz mit zwölf Variation über den Choral „Mein Jesus mach, dass mein Herz dich liebt“, wobei es den Stuttgarter Kammersolisten hervorragend gelang, die große stilistische und harmonische Bandbreite dieser spannenden Komposition herauszuarbeiten. Am Ende dieses abwechslungsreichen Konzerts stand „Libertango“, ein Werk von Astor Piazzolla. Für den anschließenden großen Applaus wurde das Publikum mit einer Zugabe des Barockkomponisten Jean Baptiste Senaillé, dem „Allegro spiritus“, belohnt.

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