Geislingen verliert Kopf-an-Kopf-Duell
Turnen: Schömberg stabil, aber ohne Chance
Zollernalbkreis, 10.03.2010 von Reinhard Linder
Trotz der Niederlage waren Trainer Karl Schmidberger und Mannschaftsführer Heiko Baier nicht unzufrieden. „Wir sind wie schon beim ersten Wettkampf nahe an die 300 Punkte herangekommen. Das zeigt, dass wir sehr stabil sind“, meinte Baier, der in diesem Jahr statt an den Geräten abwechselnd mit Oliver Dittberner am Kampfrichtertisch für seine Riege kämpft.
Gleich am Boden setzten beide Mannschaften Glanzpunkte. Alle acht Mann kamen ohne große Fehler durch, der insgesamt etwas höhere Ausgangwert der Kirchheimer gab letztlich den Ausschlag für ihren 58:54,7-Gerätesieg. Bester Schömberger war Marcus Seeburger mit 14,75 Punkten, dieselbe Note gab es für Kirchheims 13-jährigen Kaderturner Felix Pohl.
Mit dem Seitpferd hatten Leandro Eckstein und Manuel Thomas Schwierigkeiten. Seeburger und der frühere Junioren-Nationalturner Achim Müller hingegen beherrschten den Ritt über die Pauschen und hielten den Rückstand in Grenzen. An ihrem Paradegerät Ringe konnten die Stauseestädter minimal Boden gut machen. Sie gewannen die Gerätewertung mit fünf Hundertstel. Herausragend war Michael Ast mit 13,55 Punkten. Selbst die routinierten Hahn-Brüder bei den Gastgebern konnten ihm für seine brillante Leistung ihren Beifall nicht versagen.
Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zwischen 13,05 und 13,5 Punkten wartete das Schömberger Quartett am Sprungtisch auf. Die Kirchheimer zeigten aber die hochwertigeren Sprünge und bauten ihren Vorsprung aus. Am Barren liefen beide Riegen erneut zur Höchstform auf. Mangels großer Fehler mussten die Kampfrichter nach kleinen Unsauberkeiten suchen, um überhaupt etwas abziehen zu können. Heiko Neher legte mit 11,7 Punkten hoch vor, seinen Mannschaftskameraden Stephan Rapp, Ast und Müller gelang das Kunststück, die 13-Punkte-Marke zu übertreffen. Da Felix Pohl aber sogar eine 14,2 einheimste, blieb der Gerätesieg unter der Teck. Ebenfalls spannend verlief das Duell am Reck. Marcus Seeburger kassierte am Königsgerät die Höchstnote 12,25, trotzdem reichte es seiner Riege nicht zu einem Teilerfolg.
Diesen Samstag (14.30 Uhr) treten die Schömberger beim TSV Süßen an, der bislang alle Wettkämpfe gewann und dabei auf ähnliche Punktzahlen wie die Schmidberger-Truppe kam. „Das wird eine spannende Angelegenheit“, schwant Baier: „Falls wir unser Niveau aufrecht erhalten, könnte etwas drin sein.“
Ohne Sechskämpfer Andreas Brobeil (verletzt) war die Landesliga-Mannschaft des TSV Geislingen nicht in der Lage, ihren ersten Heimwettkampf mit einem Sieg zu beenden. Sie musste sich in der Schloßparkhalle vor 160 Fans dem SSV Ulm 2 in einem spannenden und hochklassigen Wettkampf mit 285,45:290,2 Punkten beugen. Die Führung wechselte fast an jedem Gerät, nur am Reck waren die Gäste klar besser und gewannen deshalb relativ deutlich.
Am Boden führte Youngster Lukas Heicks seine Mannschaft mit hervorragenden 13,8 Punkten zum Gerätesieg. Die Pauschen gingen knapp verloren, ebenso die Ringe. Dafür eroberten die Geislinger am Sprungtisch die Führung zurück. Stefan Eha sprang seinen Überschlag-Salto in den perfekten Stand und wurde mit 13,45 Punkten belohnt. Ein Zehntel mehr heimste Heicks ein, der erstmals einen Tsukahara gestreckt zeigte. Am Barren gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem glücklicheren Ende für die Ulmer, die am Reck den Sack zumachten.
„Das war eine super Mannschaftsleistung“, freute sich TSV-Kampfrichter Michael Brobeil. Mit einer ähnlichen Vorstellung müsste es am Sonntag (14.30 Uhr) in der Schloßparkhalle zum zweiten Saisonerfolg reichen. Geislingens Gegner ist der TSV Wernau.
