Energie wächst nur begrenzt nach
Der Markt für „Hackschnitzel“ boomt: Immer mehr wird gehäckseltes Holz als Energieträger genutzt
Albstadt-Ebingen, 09.03.2010 von Holger Much
Seit rund sieben Jahren hat sich das Forstamt Albstadt auf die energetische Nutzung von Holz auch organisatorisch und logistisch eingestellt. „Holzhackschnitzel“ heißt das Zauberwort, das die Augen von Energiefachleuten und Umweltschützern leuchten lässt. Und mit Recht:
Das Krankenhaus Ebingen beispielsweise braucht 53 Schüttraummeter Hackschnitzel pro Tag und spart damit im Jahr rund eine Million Liter Heizöl, also eine riesige Menge fossilen Brennstoffes, der eben nicht zusätzlich in die Luft geblasen wird. Und gewonnen werden die Hackschnitzel aus Holz – dicht beastete Nadelbaumwipfel beispielsweise –, das für die industrielle stoffliche Nutzung uninteressant ist. Während zu Anfang das Forstamt selbst das Holz noch nach Ulm zur weiteren Verarbeitung fuhr – eine teure und uneffiziente Lösung, wie Oberforstrat Hans-Jürgen Gommel einräumt –, haben sich mittlerweile einige Unternehmer und Nutzer auf die neue Situation eingestellt und arbeiten Hand in Hand vor Ort mit dem Forst zusammen.
Dennoch: Auch dieser Energieträger ist nicht unendlich. Im Stadtwald Albstadt beispielsweise ist man mit der Produktion von etwa 15 000 bis 20 000 Schüttraummetern Holzhackschnitzeln am Limit. Auch im gesamten Zollernalbkreis ist man mit der jährlichen Produktion von 50 000 Schüttraummetern (möglich wären 80 000 Schüttraummeter) dicht an der Grenze des Machbaren. Nimmt man die Gesamte Menge des jährlich im Albstädter Wald genutzten Holzes, wären das umgerechnet etwa 45 000 Festmeter, die gehackt rund 150 000 Schüttraummeter an Holzhackschnitzeln geben.
Im Klartext heißt das, dass, würde man dieses gesamte, im Jahr genutzte Holz komplett verheizen, würde man immer noch nicht alle fossilen Brennstoffe ersetzen können.
