Suche nach Anlaufstelle

Kinder- und Jugendbüro will Streetworker räumlich stützen

Balingen, 09.03.2010 von Klaus Irion

Anzeige
Die Stadt Balingen ist auf der Suche nach einer Anlaufstelle für Cliquen und Jugendgruppen, die sich im Alltag zumeist an neuralgischen Plätzen oder in und auf Parkhäusern treffen.

Streetworker Hans-Ignaz Dieter brachte es kürzlich im Gemeinderat auf den Punkt. In Balingen fehle ein Raum, den er bei seiner täglichen Arbeit nutzen könne, um mit Jugendlichen noch besser noch in Kontakt zu kommen. „Einen Ort, an dem sie sich auch für einige Zeit aufhalten könnten, ein Dach über dem Kopf hätten.“ Nicht, dass Balingen mit dem Jugendhaus „Insel“ nicht schon einen geräumigen und gut ausgestatteten Treffpunkt für junge Kernstädter sein eigen nennen würde. Es ist nur so, „dass unser Jugendhaus einfach nicht von allen als solches gesehen wird“, sagt Erich Laub, Leiter des städtischen Kinder- und Jugendbüros.

Das Problem sei mitnichten ein Balinger Spezifikum und habe auch gar nichts mit dem Tun der Jugendhausmitarbeiter zu tun. „Es ist eben wie in vielen anderen Jugendhäusern auch: Es gibt immer eine vorübergehend dominierende Gruppe, die andere potenzielle Besucher abhält, selbst auch zu kommen.“ Diese Dominanz verschiebe sich zwar immer wieder im Laufe der Zeit. Es bleibe aber stets eine Gruppe, die sich dann nicht vertreten fühle.

Klar ist für Laub: „Wir können natürlich auf gar keinen Fall für jede Clique oder Szenegruppe eine eigene Unterkunft stellen.“ Konsens bestehe im Rathaus aber auch darüber, dass eine Streetwork-Anlaufstelle wünschenswert sei. „Das darf im Falle eines Falles keine Bruchbude sein, kann aber auch nicht in einer 1a-Lage beheimatet sein.“ Laub und seine Mitstreiter dachten zunächst an die ehemalige Bahnhofs-Gaststätte. Liegt sei doch nahe den (sommerzeitlichen) Brennpunkten. „Diesbezüglich aber wurde von Seiten der Verwaltung sofort abgewunken“, so Laub.

Und so suchen die Jugendverantwortlichen weiter. Und Laub hofft – auch im Sinne von Streetworker Dieter –, „dass sich die Cliquen auf der Straße weitestgehend in Ruhe lassen“.

Anzeige

PROBE LESEN

ONLINE ZEITUNG