Kathy Kelly lässt Balinger Stadtkirche erbeben
Hunderte von Besuchern erleben am Sonntagabend einen mitreißenden Konzertabend mit Gänsehautgefühl
Balingen, 09.03.2010 von Renate Deregowski
Ein Konzert wie eine Berg- und Talfahrt erlebten die Besucher am Sonntag Abend in der Stadtkirche. Der Gospelchor „Voices, Hearts & Souls“ lud zu dem vom ZOLLERN-ALB-KURIER präsentierten Auftritt mit Kathy Kelly ein.Gerold Stehle am Keyboard, Elmar Schnekenburger am Bass und Sascha Ströbel am Schlagzeug schlugen die ersten Takte in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche an, als der Chor einzog und sich vor dem stimmungsvoll beleuchteten Chorraum aufstellte. Der Solist Armin Glatz griff zum Mikrofon und sorgte zusammen mit den Sängerinnen und Sängern für fesselnde Stimmung.
Das Publikum zeigte sich begeistert und mitgerissen von den fröhlichen und energiegeladenen Melodien. Einzig übertroffen wurden die Sängerinnen und Sänger von der Solistin Verena Rissel, die mit ihrer vollen, kräftigen Stimme und ihrer Ausstrahlung die Botschaft der Lieder wunderbar rüberbrachte.
In einer knallig-pinken Jacke betrat Kathy Kelly die Bühne. Gleich das erste Stück, das ihr Vater komponiert hatte, trug die Zuhörer auf leisen Tönen und einem getragenem Rhythmus davon und erzeugte Gänsehaut. Kelly, die von Matthias Krauss am Keyboard begleitet wurde, spielte selbst das Akkordeon und beeindruckte mit ihrer kraftvollen Stimme.
Musik sei für sie wie Atmen, ohne Musik könne sie nicht leben, erzählte die Mezzospranistin. Und bewies, welche Vielfalt an Einflüssen im Laufe ihres Lebens sie geprägt hatte. Irisches Liedgut, bei dem man das Gefühl hatte, in einem Pub zu weilen, oder spanisch-rassige Stücke interpretierte sie mit voller Inbrunst.
Nach einer kurzen Pause hatte der Gospelchor seinen zweiten Auftritt. Unter der Leitung von Juandalynn Abernathy bewies die Formation abermals, wie stimmungsvoll Gospel sein kann. Die Solisten Rissel und Glatz komplettierten die Formation und sorgten bei dem Klassiker „Amen“ dafür, dass es die Besucher nicht mehr auf ihren Plätzen hielt.
Kathy Kelly eröffnete ihren zweiten Part mit einer hoffnungsvoll, wehmütigen Ballade über das Thema Heimat, um dann zu markanten spanischen und irischen Stücken zu wechseln. Energiegeladen stampfte sie dabei auf den Boden, klatschte in die Hände und johlte zum tobenden Publikum.
Als sie zum letzten Stück, dem Spiritual „Go tell it on the Mountain“ einsetzte, begaben sich die Chormitglieder wieder auf die Bühne, um gemeinsam mit Kelly den Höhepunkt des Abends zu bestreiten. Die bekannten Stücke „Amazing Grace“ und „Oh happy Day“ bildeten den fulminanten Abschluss des Konzerts, bei dem sich die Solisten Rissel und Glatz mit Kelly einen gesanglichen Schlagabtausch lieferten.
Zum Abschluss erhielt Kelly einen Blumenstrauß zu ihrem Geburtstag am Vortag überreicht. Und was ist ein Geburtstag ohne Ständchen? Chor, Solisten und Publikum stimmten gemeinsam ein, um der tollen Sängerin musikalisch zu gratulieren.
