Von Rosen und reinen Gewissen

06.03.2010 von Holger Much

„Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose...“ orakelte die Schriftstellerin Gertrude Stein und bleibt uns die letztendliche Bedeutung ihres gleichwohl oft zitierten Satzes schuldig. Gut so. So bleibt er offen für persönliche Interpretationen. Für mich beispielsweise ist eine schöne tiefrote oder cremeweise Rose ein wunderbares Zeichen der Zuneigung an eine ebenso schöne und wunderbare Frau. Meine Frau, beispielsweise.

Daher war ich auch vergangenen Samstag mit einer großen langstieligen Rose unterwegs. Meine Frau und ich wollten uns auf einen Nach-Markt-Kaffee treffen, dorthin brachte ich ihr die zufällig aufgegabelte Liebesgabe. Und während ich mit besagter Rose im Arm schon das heiße Nass schlürfte, beobachtete mich amüsiert ein älteres Ehepaar vom Tisch gegenüber. „Ist die für Ihre Frau?“ fragte die Dame mich schließlich und fügte, den Schalk im Blick, an: „Haben Sie was ausgefressen?“ ...glauben Sie mir, es wurde eine nette Unterhaltung.

Im Übrigen ging es natürlich darum, ob wir Männer – ja, hört nur her, liebe Geschlechtsgenossen – unseren Frauen und Herzensdamen wirklich nur dann Blumen oder andere hübsche Aufmerksamkeiten schenken, wenn wir etwas auf dem Kerbholz haben. Oder einfach nur mal so, aus reiner Zuneigung? Wie halten Sie das denn so, Hand aufs Herz?

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