Jeder fünfte Fahrer sucht Heil in Flucht

Unfälle und Zahl der Verletzten geht zurück – Im Jahr 2009 wurden 3300 Unfälle statistisch erfasst

Zollernalbkreis, 03.03.2010

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Die Polizei im Zollernalbkreis registrierte 2009 einen Rückgang der Gesamtunfallzahlen. Insgesamt wurden 3 300 Verkehrsunfälle statistisch erfasst, 73 weniger als im Vorjahr.

Bei elf Verkehrsunfällen verloren elf Menschen ihr Leben, 616 Personen wurden verletzt. Die Zahl der Leichtverletzten ging von 611 auf 448 Personen zurück. Dagegen stieg die Zahl der Schwerverletzten von 158 auf 168 an, nennt die Polizeidirektion Zahlen. Bei 468 Unfällen gab es Verletzte, was einem Anteil von 14,2 Prozent am Gesamtunfallgeschehen entspricht. Im Vorjahr ereigneten sich 559 Unfälle mit Personenschaden (16,6 Prozent am Gesamtunfallgeschehen). Diese Unfälle gingen um über 16 Prozent zurück, wesentlich mehr als im landesweiten Vergleich (minus 5,9 Prozent).

Bei den Unfällen mit tödlichem Ausgang kamen vier Pkw-Lenker, drei Motorradfahrer, ein Rollerfahrer, zwei Radfahrer und eine Fußgängerin ums Leben. Die Pressestelle der Polizei betont, dass bei den Motorradunfällen mit tödlichem Ausgang nicht die Biker selbst Verursacher waren. Bei 2830 Unfällen entstand ausschließlich Sachschaden.

Die Anzahl der unter Alkoholbeeinflussung verursachten Unfälle ist von 125 im Jahr 2008 um 24 Prozent auf 95 Fälle im Jahr 2009 zurückgegangen. Der Anteil dieser „Alkoholunfälle“ am gesamten Unfallgeschehen geht seit dem Jahr 2000 kontinuierlich zurück. Die Polizei nennt als Grund das hohe Entdeckungsrisiko durch Kontrollen und die sinkende gesellschaftliche Akzeptanz von Trunkenheitsfahrten, Allerdings: Bei 38 Prozent der „Alkoholunfälle“ kamen Menschen zu Schaden. Es gab 47 Verletzte und einen Toten.

Über 82 Prozent der alkoholisierten Unfallverursacher waren Männer. Die Mehrzahl, 26 Personen (31,6 Prozent), kommt dabei aus der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen.

Bei 732 Verkehrsunfällen kam es zur Unfallflucht. Dies entspricht einem Anteil von 22,2 Prozent aller registrierten Unfälle. Dieser Anteil liegt im Zollernalbkreis seit Jahren zwischen 21 und 24 Prozent, das heißt, dass sich mindestens jeder fünfte Unfallverursacher nach einem Verkehrsunfall „aus dem Staub“ macht. Die Polizei konnte 290 dieser Verkehrsunfallfluchten, knapp 40 Prozent, aufklären.

Im Jahr 2009 waren 115 motorisierte Zweiräder an 109 Verkehrsunfällen beteiligt. Es gab 54 Unfälle mit Fußgängern (2008: 59).

Nach einem leichten Anstieg bei den Radfahrunfällen im Jahr 2008 auf 81 ist die Zahl 2009 wieder recht deutlich auf 67 Unfälle gefallen. Ein erst 14-jähriger Radfahrer starb, als er beim Abbiegen von einem überholenden Pkw gestreift wurde, eine 63-jährige Radfahrerin zog sich beim Sturz nach dem Zusammenstoß mit einem Wildschwein tödliche Verletzungen zu. Keiner der getöteten Radfahrer und nur die Hälfte der schwer Verletzten trugen laut Polizei einen Schutzhelm.

Im Jahr 2009 haben sich 18 Unfälle mit Kindern ereignet. Neun Kinder waren als Fußgänger an den Unfällen beteiligt, zehn fuhren mit dem Fahrrad, 13 dieser jüngsten Verkehrsteilnehmer wurden verletzt. Im Jahr 2009 gab es 172 Strafanzeigen wegen Trunkenheit im Verkehr, 266 Fahrer waren ohne Führerschein unterwegs, es kam zu 8906 Geschwindigkeitsverstößen.

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