„Xynthia“ endet glimpflich

Sturmtief sorgt im Landkreis für Sach-, aber wohl keinen Personenschaden

Zollernalbkreis, 01.03.2010

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Sturmtief „Xynthia“ ließ gestern auch im Zollernalbkreis Bäume umstürzen, Ziegel herunterfallen, Abdeckungen sich aus den Verankerungen lösen. Menschen kamen glücklicherweise wohl nicht zu schaden.

„Gegen 13.15 Uhr kamen die ersten Notrufe gestern bei uns an“, berichtete Balingens Stadtbrandmeister Joachim Rebholz. Als der ZOLLERN-ALB-KURIER ihn telefonisch erreichte, war er gerade dabei, in der Balinger Bahnhofstraße den Verkehr zu regeln. An der Außenfassade des Elektro-Fachhändlers „Mega-Company“ hatten sich an großen Werbetafeln oberhalb des Haupteingangs Schrauben gelöst. „Bei einem der nächsten Windstöße wären die Tafeln wohl auf darunter geparkte Autos gekracht.“ Mittels einer normalen Leiter und der hinzugezogenen Drehleiter gelang es den Balinger Feuerwehrmännern, die Werbetafeln wieder wetterfest zu fixieren. Die Bahnhofstraße war für die Dauer des Einsatzes einseitig gesperrt.

Es war nicht der erste Einsatz an diesem Tag in der Gesamtstadt Balingen. „Zehn-, zwölfmal hieß es für die Wehren auszurücken. Neben der Balinger waren es auch die Abteilungen Balingen-Engstlatt und Balingen-Streichen. Letztere mussten einen Baum, der in eine Telefonleitung gestürzt war, absägen. „Das Telefonnetz war aber nicht gestört“, so Rebholz. Auch an anderen Stellen innerhalb Balingens stürzten Bäume um, mussten einige Straßen – wenn auch meist nur ganz kurz – gesperrt werden. „Alles in allem sind wir hier glimpflich davongekommen“, erklärte der Balinger Stadtbrandmeister. Und er musste es gestern wissen, war er doch stellvertretend als Kreisbrandmeister unterwegs.

Entgegen früheren Sturmereignissen fegte „Xynthia“ in den Talregionen des Kreises heftiger als auf den Bergen. So musste die Albstädter Feuerwehr – Stand 17.30 Uhr – lediglich zu einem Einsatz wegen des Sturms ausrücken. Wie Einsatzleiter vom Dienst, Felix Sandel, von der Tailfinger Abteilung gegenüber unserer Zeitung informierte, drohte auf dem Lammerberg in Tailfingen ein an einem Privathaus angebrachtes Malergerüst einzustürzen. Ein Teil des Gerüsts war bereits weg gefallen und zerstörte einige Dachziegel. Um weiteren Schaden zu vermeiden und auch die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, baute die Feuerwehr daraufhin das komplette Gerüst ab. Zu Schaden ist laut Felix Sandel niemand gekommen.

Noch glimpflicher kamen allem Anschein nach die Bewohner des Oberen Schlichemtals davon. Schömbergs Kommandant Armin Müller und seine Männer von der Freiwilligen Feuerwehr durften ihre Sonntagsruhe genießen. „Wir hatten keine Einsätze“, so Müller.

Anders sah es dagegen in Hohenzollerischen Landen aus, wenngleich sich die Schäden auch hier in Grenzen hielten. Zwar fegte Xynthia auch stürmisch über Hechingen und die weitere Umgebung, doch gab es Gott sei Dank keine Verletzten, wie die Polizei auf Anfrage bestätigte.

Der größte Schaden entstand wohl auf dem Zimmerner Festplatz, wo ein umstürzender Baum ein Auto unter sich begrub und für einen Totalschaden (zirka 10 000 Euro) sorgte.

In Hechingen lösten sich Dachplatten von der Stiftskirche und fielen zu Boden, Passanten wurden dabei nicht verletzt. .

Einen Schutzengel hatte auch ein Autofahrer, als er zwischen Gruol und Erlaheim von zwei umstürzenden Bäumen ?gestreift wurde, aber unverletzt blieb.

Klaus Irion

Volker Bitzer

Sabine Hegele

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