Auch eine frühe Führung verpufft
Fußball-Oberliga: TSG Balingen unterliegt trotz Wissmann-Tor dem Bahlinger SC mit 1:2 (1:2)
Balingen, 01.03.2010 von Ralph Conzelmann
Mal verliert man, 'mal gewinnen die anderen: So muss sich derzeit die TSG Balingen vorkommen, die sich beim 1:2 gegen den Bahlinger SC bereits die dritte Pleite in Serie einhandelte. Trotz einer frühen 1:0-Führung hatten die Hausherren am Ende das Nachsehen. Und das Ergebnis ging durchaus in Ordnung, zumal die Gäste vom Kaiserstuhl ein deutliches spielerisches Plus und auch die Mehrzahl an guten Einschussmöglichkeiten auf ihrer Seite verzeichneten.
TSG-Trainer Karsten Maier überraschte mit der Nominierung von Marc Wissmann als Sturmspitze. Der 19-jährige Youngster hatte erst in der Vorwoche sein Oberliga-Debüt gegeben und sollte seinen Coach und den erwartungsfrohen Balinger Anhang zunächst äußerst zufrieden stellen. Nach 16 Minuten nahm Wissmann ein Zuspiel von Clayton an, umkurvte den Bahlinger Keeper Mario Neumann und schob im Stile eines Routiniers zum 1:0 ein.
Zuvor allerdings gab's zwei Schrecksekunden für die Gastgeber: Zunächst feuerte Giuliano Saggiomo einen Freistoß nur knapp neben den TSG-Kasten (7.), dann musste der nach langer Verletzungspause endlich genesene Christian Deufel raus: Der Ex-Pfullendorfer zog sich erneut eine Zerrung an der Wade zu (12.).
Der frühe Rückstand schockte die Kaiserstühler nicht. Ganz im Gegenteil. Der BSC spielte wie eine Spitzenmannschaft auf, ließ Ball und Gegner laufen und löste selbst scheinbar brenzlige Situationen mit geschicktem Kurzpassspiel. Die Folge waren zwangsläufig Torchancen für den Balinger Fast-Namensvetter, der mehr und mehr das Geschehen an sich riss.
Parierte der gute TSG-Torhüter Sebastian Kellner noch gegen Häringer (21.), so war er 60 Sekunden später machtlos, als der völlig freistehende Bernhard Wiesler nach innen flankte und Stefan Vogler mühelos zum 1:1 einköpfte (22.).
Wenig später rettete Kellner gegen den aus kurzer Distanz abziehenden Marc Hess (25.). Das 1:2 ließ trotzdem nicht lange auf sich warten. Giuliano Saggiomos scharf getretenen Eckball staubte Yannick Häringer am langen Pfosten zum 1:2 ab (32.).
Schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass es die TSG an diesem Tag gegen gefällig agierende Bahlinger sehr schwer haben würde, zumal der sicher leitende Schiri Philipp Traeder auch ein mutmaßliches Foulspiel an Marc Wissmann nicht mit einem Elfmeterpfiff ahndete (37.).
Im zweiten Durchgang biss die TSG auf die Zähne und steigerte sich insbesondere im kämpferischen Bereich. Doch außer einem Abseitstor des ansonsten blassen Jörg Schreyeck sprang wenig heraus (48.). Stattdessen vergaben die Südbadener auf der Gegenseite einige gute Kontermöglichkeiten. So scheiterte Marko Drljic nach 57 Minuten frei vor Kellner.
In der Schlussphase versuchte die TSG noch einmal alles. Aber Dilucia (71.), gleich drei Balinger nach einem weiten Ketis-Einwurf (79.), Üner (85.), Clayton (89.) und in der ersten Minute der Nachspielzeit der aufgerückte Sebastian Kellner, der am Tor vorbeiköpfte, verpassten den Ausgleich.
Neben der Niederlage beklagt die TSG mit Deufel und Nico Willig zwei Verletzte. Letzterer musste in der 79. Minute vom Feld und dürfte sich eine Bänderverletzung zugezogen haben. Weil sich der BSC kurz zuvor eine gelb-rote Karte eingehandelt und die TSG ihr Auswechselkontingent erschöpft hatte, dauerte die nummerische Überlegenheit der Maier-Schützlinge ganz drei Minuten an. Bei Spielende standen gar nur neun Balinger gegen zehn Bahlinger auf dem Platz, weil auch noch Jörg Schreyeck die Ampelkarte sah.
Fazit: Die Achillesferse der TSG bleibt der Angriff, der zu wenig Durchschlagskraft entwickelt und folglich auch in der Rückwärtsbewegung für zu wenig Entlastung sorgt. Positiv stimmt beim Vorjahres-Aufsteiger die Moral. Doch diese Grundtugend ist ohnehin vonnöten, wenn die Balinger ihre augenblickliche Talsohle durchschreiten wollen. Die nächste Chance dazu besteht in Illertissen.
