„Royanplatz 1“ - Adresse für die Stadthalle?

FDP sorgt mit Tauf-Vorschlägen für reichlich Diskussionsstoff - ZAK-Leser äußern Bedenken

Balingen, 19.02.2010 von Karl-Otto Müller

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Nicht nur per Buntasphalt, nein, auch per Taufe soll künftig der Park- und Hofraum rund um die neue Stadthalle unverwechselbar werden. Balingens FDP-Fraktion wirft als Vorschlag „Royan-Platz“ in die Diskussion.

Ganz formell. Denn am kommenden Dienstag schon sollen Balingens Gemeinderätinnen und -räte der Idee per Beschluss zustimmen: Die Taufe wäre damit vollzogen.

Gute Gründe führen die FDP-Sprecher Dr. Dietmar Foth und Peter Harich als Paten dieser Namensgebung ins Feld: „2010 jährt sich die Partnerschaft mit Royan bereits zum dreißigsten Mal. Diese langjährige Verbindung unserer Stadt mit Royan sollte nach außen hin Ihre Entsprechung finden.“ Der Platz vor der Stadthalle, „der bisher ohne Namen ist“, sollte zum „Royanplatz“ umbenannt werden, die Stadthalle erhielte als postalische Adresse „Royanplatz 1“ und würde damit „sicherlich zu den guten Adressen in Balingen gehören“, argumentieren beide. – Überzeugt, genügend Mitstreiter in Ratskreisen zu gewinnen.

Aus Leserkreisen indes erreichte uns bereits ein „überraschtes Zurückschrecken“ – nicht etwa, dass Balinger sich grundsätzlich gegen eine Namenstaufe des bisherigen Stadthallen-Hofes stellen würden. Nein, so wurde uns ans Herz gelegt, Räten mit auf den Weg zugeben, doch heimatverbundener zu denken: Etwa „Silberdistel-Platz“ oder „Hirschgulden-Platz“. Ja, mahnen die Stimmen – wir geben's grad so weiter: Zu fremd sei das französische „Royan“, erst recht für weite Teile der Bevölkerung. Sei doch die Partnerschaft zwischen beiden Städten beiderseits allenfalls in sehr engem personellen Rahmen gepflegt, auch noch nach dreißig Jahren.

Irritiert zeigt sich ein zweiter Mahner, dass dieser Tauf-Vorschlag ausgerechnet aus jenen Ratsreihen käme, die bekanntlich eine Namensnennung des Balinger Gymnasiums nach Balingens historisch-bedeutsamsten Sohn Nikodemus Frischlin vehement ablehnen.

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Frischlin wurde 1547 als Sohn eines Pfarrers in Erzingen geboren. Er wuchs in Balingen auf. In Tübingen studierte er Philologie, Poesie und Theologie und wurde 1568 Professor.Nachdem er eine gegen den württembergischen Hof gerichteten Streitschrift verfasst hatte, landete er im Kerker. Bei einem Fluchtversuch brach er sich das Genick.

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