Handel geht getrennte Wege

HGV will zwei verkaufsoffene Sonntage – Tailfinger GHV hat Thema ad acta gelegt

Handel geht getrennte Wege

Ebingen/Tailfingen, 19.02.2010 von Dagmar Stuhrmann

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Der entsprechende Antrag wird im März gestellt: Am 9. Mai und am 7. November soll es – nach dem Wunsch des HGV Albstadt-Ebingen – verkaufsoffene Sonntage in Albstadt gegeben.

„Dann kann mitmachen, wer mitmachen will,“ sagt der Ebinger HGV-Vorsitzende Wolfgang Gross und hat dabei die Ladenbesitzer in Tailfingen und Onstmettingen im Blick. Nach wie vor ist Gross der Meinung, dass nur ein albstadtweiter Sonntagsverkauf den gewünschten Erfolg und die erhoffte Werbewirksamkeit für die Einkaufsstadt Albstadt bringe. „Wir dürfen uns nicht verzetteln,“ macht Wolfgang Gross seinen Standpunkt deutlich. Eine kürzlich durchgeführte Mitgliederbefragung des HGV habe ergeben, dass der Großteil des Ebinger Handels das Gefühl hat, von der Ladenöffnung am Sonntag stark oder mäßig zu profitieren. Gemeinsamkeit sei das Gebot der Stunde, sagt Gross. Er habe aber letztlich auch Verständnis dafür, dass die Kollegen aus dem Talgang eine andere Marschroute einschlagen wollen.

Der Tailfinger GHV nämlich wird sich an den verkaufsoffenen Sonntagen nicht beteiligen, hat das Thema „verkaufsoffener Sonntag“ – nach einem versuchten und gescheiterten Alleingang – nun endgültig ad acta gelegt. Wobei, sagt Vorsitzender Uwe Eckstein, es natürlich jedem Mitgliedsbetrieb freigestellt sei, an diesen Tagen trotzdem zu öffnen. „Aber der Verein als solcher engagiert sich nicht,“ stellt er klar. Der Grund: Anders als in Ebingen haben die Tailfinger Händler offenbar die Erfahrung gemacht, dass sie von einem albstadtweiten verkaufsoffenen Sonntag nicht profitieren. Stattdessen will man sich in Tailfingen künftig auf andere Schwerpunkt-Aktionen konzentrieren.

Nachdem die Alternative lediglich nur „Alleingang oder ganz ausklinken“ lautete, hat sich der GHV nun für Letzteres entschieden. Zuvor hatte die Stadtverwaltung auf einen Ende des Jahres gestellten „formlosen Antrag“ hin signalisiert, dass der anvisierte stadtteilbezogene verkaufsoffene Sonntag unter den gegebenen Voraussetzungen nicht genehmigt werden könne. Die Maßgabe – auf deren Einhaltung die Stadtverwaltung nach einem Rüffel seitens des Regierungspräsidiums nun noch stärker achtet – erfordert, dass die Läden sonntags nur in Verbindung mit einer „Veranstaltung von überregionaler Bedeutung“ geöffnet werden dürfen. „Das können wir nicht schultern,“ sagt Uwe Eckstein und wundert sich gleichzeitig, dass andernorts die Sache wohl nicht so eng gesehen wird.

Inzwischen hat der GHV Tailfingen seinen inoffiziellen Antrag zurückgezogen. Ganz ohne „böses Blut“: „Wir haben das Thema seit x Jahren diskutiert,“ sagt Eckstein, „und haben versucht, einen eigenen Verkaufssonntag zu bekommen.“ Ohne Erfolg – deshalb sei es jetzt an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen. „Wir wollen uns neu ausrichten und haben dazu bereits einiges im Hinterkopf,“ kündigt der GHV-Vorsitzende an. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen in den anderen Stadtteilen und der Stadtverwaltung liege ihm auch nach diesem „Ausstieg“ nach wie vor am Herzen: „Wir sitzen alle im selben Boot.“

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