Das Hexengericht kennt keine Gnade

Vor dem Prozess ziehen Narren durch den Ort

Obernheim, 15.02.2010

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Das Obernheimer Hexengericht kennt auch im Jahr 2010 einfach keine Gnade: Trotz Valentinstag wurde die Unholda Moserin zum Tode durch Verbrennen verurteilt.

Zuvor waren zahlreiche Hexen und Narren durch den Ort gezogen und hatten ihre Späße mit dem närrischen Publikum am Straßenrand getrieben.

Mit einfallsreichen Kostümen und witzigen Wagen zog der närrische Lindwurm am Obernheimer Rathaus vorbei, angeführt von einer großen Schar Hexen, den Zunfträten, dem Hofstaat sowie dem Ritterpaar. Bonbons und andere Leckereien wurden eifrig verteilt und trotz des kalten und schneereichen Winterwetters hatten zahlreiche Zuschauer den Weg nach Obernheim gefunden.

Die Musiker der Obernheimer Musikkapelle, des benachbarten Fanfarenzugs aus Wehingen sowie des Musikvereins Zepfenhan hatten bereits zur Mittagszeit begonnen, im Ort aufzuspielen. Zuvor hatten sie sich bei der so genannten Musikerspeisung im Adlersaal noch kräftig gestärkt.

Schließlich wurde es ernst. Die Unholda Moserin wurde der Hexerei und Zauberei beschuldigt. Die kräftigen Landsknechte hatten alle Hände voll zu tun, um die außer Rand und Band geratene Hexe im Zaum zu halten. Sie wehrte sich mit Händen und Füßen, bäumte sich schreiend auf und brüllte nach ihren Hexenfreundinnen, die sich um die Gerichtstribüne geschart hatten.

Schließlich verurteilten die närrischen Richter die Unholda zum Tode durch Verbrennen. Das Urteil wurde umgehend vollstreckt und die Obernheimer Hästräger tanzten um den Scheiterhaufen ihren schaurigen Hexentanz.

Das närrische Treiben wurde anschließend im ganzen Ort sowie in der Festhalle fortgesetzt.

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