Persönliches Vertrauen zählt

Umzug mit Hund und Schildkröte – Morgen ist Investitur von Pfarrer Thomas Elser

Albstadt-Tailfingen, 13.02.2010 von Holger Much

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Wenn morgen gegen zehn Uhr die Investitur beginnt, wird Pfarrer Thomas Elser die erste Nacht im neuen Heim, dem Pfarrhaus in der Paulusstraße, hinter sich haben.

Seit kurzem hat Tailfingen einen neuen, geschäftsführenden Pfarrer. Thomas Elser hat sich, erzählt er bei einem entspannten Gespräch bei hervorragendem Espresso und zwischen unausgepackten Umzugskartons, für die Stelle in Tailfingen beworben. Nun sitzt er in dem malerischen Pfarrhaus mit Panoramablick auf die Pauluskirche und die Dächer Tailfingens und freut sich auf seine neue Aufgabe.

Vor 57 Jahren erblickte Thomas Elser das Licht dieser Welt in Göppingen und wuchs mit drei weiteren Geschwistern auf. Das christlich geprägte Umfeld zwischen Jugendgruppen und engagierter Dritte-Welt-Arbeit ließ bei dem jungen Mann die große Frage nach dem Sinn, nach dem Woher und Wohin unserer Existenz wachsen, eine Frage, die ihn als mit offenem Herzen Suchenden schließlich ins Theologiestudium in Tübingen, Heidelberg und wieder Tübingen führte.

Bevor er nun die Tailfinger Stelle antrat, wirkte er 13 Jahre lang in der evangelischen Kirchengemeinde Oberndorf-Neckar und zuvor in Italien, in den Abruzzen. Besonders hier, im Rahmen der kleinen Gemeinschaft von Waldensern, habe er sehr stark erfahren, wie wichtig das pure menschliche Miteinander sei, auch und gerade für einen Pfarrer.

„Die Tradition und die Institution trägt immer weniger“ sinniert Thomas Elser auf die Frage, wie er selbst ganz persönlich die Aufgaben eines Pfarrers für sich definiere. „Also kommt es immer stärker auf die persönliche Integrität an“. Um Vertrauen werben und dieses Vertrauen zu leben, formuliert Thomas Elser mit seiner ruhigen, warmen Stimme, sei für ihn sehr wichtig.

Wenn er morgen seine Investitur erlebt, wird er die aller erste Nacht im neuen Heim geschlafen haben. Dies ist für ihn schon aus symbolischen Gründen wichtig, um selbst zu fühlen, hier in Tailfingen und in der neuen Aufgabe „angekommen“ zu sein.

Das Auspacken der vielen Kisten und Kartons jedoch wird noch seine Zeit in Anspruch nehmen. Zumal Thomas Elsers Frau, Ulla Grötzinger-Elser, Konrektorin in der Grund- und Hauptschule in Schramberg-Sulgen ist und das Paar nun zudem testen muss, wie das gemeinsame Leben zwischen Alb und Schwarzwald am bequemsten zu handhaben ist. Auch die vier Kinder – der jüngste Sohn ist 16, der älteste Sohn 24, dazwischen gehören noch zwei Töchter zur Familiengemeinschaft, – sind mit vom Umzug betroffen.

Da die Kinder jedoch die Waldorfschule Frommern besucht haben, sind sowohl sie als auch die Eltern mit der Region vertraut. Dennoch, räumt Thomas Elser ein, sei jeder Umzug, jeder Neubeginn, eine Herausforderung – aber auch eine Chance. In der bisherigen, ländlichen Umgebung habe man mit einem halben Zoo zusammengelebt.

Und während die Hühner nicht mit umziehen, werden die Schildkröte und Hund Tailfinger Luft schnuppern. Mit Letzterem zusammen freut sich Thomas Elser bereits auf Spaziergänge über die Alb. Genauso sehr freut er sich auf die Begegnungen mit den Menschen hier: „Ich möchte einfach die Gemeinde kennenlernen, die Menschen kennenlernen“. Denn dies – wahre menschliche Begegnungen – scheinen ihm am Herzen zu liegen.

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