Umweltschonend eingeheizt
Mitglieder des Kreistages besichtigen neue Heizanlage des Krankenhauses
Albstadt-Ebingen, 09.02.2010 von Holger Much
Bevor sich die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Umwelt und Technik gestern Abend in ihre Tagesordnung stürzten, wurde ihnen erst einmal so richtig eingeheizt. Die moderne Holzhackschnitzelheizanlage des Krankenhauses Albstadt ist seit Oktober 2009 im Einsatz, mit der Leistung der neuen, umweltschonende Anlage zeigt man sich mehr als zufrieden. Umso mehr, als dass die Inbetriebnahme auch für Landkreis und Klinik eine lohnende Angelegenheit war:
Im Rahmen eines so genannten Contracting-Models zahlt der Anlagen-Hersteller KWA aus Bietigheim-Bissingen die Investitionskosten. Kreis und Klinik kaufen nur die benötigte Wärme. 20 Jahre lang wird die neue Anlage das Zollernalbklinikum mit Wärme und Dampf beliefern.
Zuvor wurde mit Gas und Öl geheizt, nun werden 85 Prozent der benötigten Energie aus dem heimischen, nachwachsenden Rohstoff Holz gewonnen, Abfallholz zumeist, für das es sonst keine Verwendung gibt und das auch in feuchtem Zustand verbrannt werden kann. Ein Holzdampfkessel mit einer Leistung von 1 500 Kilowatt erzeugt Dampf für die Wäscherei, die Küche und die Sterilisation. Über einen Heizkondensator kann die Dampfenergie bei Bedarf auch auf den Warmwasserkreislauf übertragen werden.
Um auch in eventuellen Zeiten von Holzknappheit das Krankenhaus beheizen zu können, steht zur Sicherheit ein mit Erdgas und Heizöl zu befeuernder Dampfkessel zur Verfügung.
Für Holzvorräte sorgt zudem ein Hackschnitzelsilo mit einem Volumen von mehr als 200 Kubikmetern. Ansonsten werden zweimal die Woche naturbelassene Holzhackschnitzel aus dem Zollernalbkreis angeliefert. Ein Elektrofilter reduziert die Staubwerte in der Abluft deutlich unter den gesetzlich zulässigen Grenzwert. Der Beitrag zum Umweltschutz ist beträchtlich. Denn während die bisherige Heizanlage im Jahr rund 1 900 Tonnen Kohlendioxid produzierte, soll der CO 2-Ausstoß in Zukunft nur noch etwas weniger als 500 Tonnen betragen. Das wäre eine Reduktion um 1 400 Tonnen im Jahr.
