Von Bits und Bytes umgeben
Hochschul-Förderpreis für Knut Kliem – Computerspezialist mit Organisationstalent
Albstadt-Ebingen, 03.02.2010 von Dagmar Stuhrmann
Er ist als ehemaliger Student der Haushalts- und Ernährungstechnik sozusagen ein „Eigengewächs“ der hiesigen Hochschule. 1988 wurde Knut Kliem Assistent im Studiengang Technische Informatik (TIN) und wirkte am Aufbau dieses Studiengangs am Standort Albstadt mit. Aus „TIN“ ist inzwischen „Kommunikations- und Softwaretechnik“ geworden und Knut Kliem ist jetzt als Laborbetriebsleiter Ansprechpartner für alle Belange, die die Laborarbeit betreffen, ist für die Medienausstattung zuständig und betreut die Studenten bei praktischen Laborübungen. Ein Resultat hiervon ist nicht zu übersehen, wenn man das Reich der Informatiker im Haux-Gebäude betritt: Hier gibt's statt schwarzem Brett und Türschildern Infos per Bildschirm. Man merkt sofort: Hier sind die Computerspezialisten zuhause.
Die Besonderheit an der diesjährigen Preisverleihung ist, dass zum ersten Mal ein Mitarbeiter des „wissenschaftlichen Mittelbaus“ diese Auszeichnung erhielt. Der Sigmaringer Bürgermeister Rapp betonte bei der Preisverleihung im Rahmen des Neujahrsempfangs der Hochschule das „überdurchschnittliche Engagement“ Knut Kliems, der bei Kollegen und Studenten eine „hohe Wertschätzung“ und „großes Vertrauen“ genieße und zahlreiche Initiativen angeregt und umgesetzt habe, „und zwar nicht nur auf die eigene Fakultät bezogen“.
So viel Lob hört Knut Kliem, der nicht gern im Rampenlicht steht, gar nicht gern. Tatsache ist jedoch: Bei ihm laufen viele Fäden zusammen. Er leitet nicht nur die Bezirksgruppe Zollern-Baar des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), sondern organisiert für den VDI auch eine Veranstaltungsreihe an der Hochschule mit stets neuen Impulsen – so gab es vor kurzem ein „Krimi-Dinner“ –, hat seit 1997 die Federführung bei einem Kooperationsprojekt von VDI, Hochschule und Stadt Albstadt, dem „Technik Clubhouse Albstadt“, und organisiert den jährlichen „Tag der Technik“, an dem Schüler Hochschulluft schnuppern können.
Junge Menschen für die Ingenieurstudiengänge zu begeistern ist eine Aufgabe, die dem gebürtigen Hessen am Herzen liegt. Deshalb ist es ihm wichtig, die Studenten von morgen schon möglichst früh an die Faszination des Fachs heranzuführen. „Wir müssen die Initiative rechtzeitig ergreifen,“ sagt Knut Kliem, „auch vor dem Hintergrund, dass wir auf einen Ingenieurmangel zuzusteuern drohen.“ Anders als beispielsweise die Betriebswirtschaftslehre hat der Informatik-Studiengang Kommunikations- und Softwaretechnik keinen Überhang bei den Bewerberzahlen. Was daran liegen könnte, dass manch einer sich das vermeintlich schwere Studienfach nicht zutraut. „Dafür gibt es aber gar keinen Grund,“ sagt Knut Kliem. „Vieles scheint schwer, wenn man sich nicht näher damit beschäftigt. Aber alles ist verstehbar.“ Eins ist sicher: Ohne Informatik, ohne Computer und Programme, wäre die Welt eine andere. „Die Informatik ist eine Disziplin, die letztlich auch alle anderen Studiengänge tangiert.“ In der Bekleidungstechnik etwa lernen die Studenten, Schnitte am PC zu erstellen.
Im Lauf der Jahre hat Knut Kliem schon vielen Nachwuchs-Informatikern geholfen, sich mit Bits und Bytes zurechtzufinden. Wer lehrt, lernt – das ist die Erfahrung, die er dabei gemacht hat. Anders als dass sein Beruf für ihn mit einem „Spaßfaktor“ verbunden ist, kann er sich seine Arbeit nicht vorstellen. Wenn er sich dann aber doch mal – ohne Computer – entspannen will, dann kommt ihm sein „Erstberuf“ als Konditor zugute. Dann zieht er sich in seine Küche zurück, wo er mit Teigroller und Rührgerät süße Versuchungen zaubert. Die strikte Trennung – hier Arbeit, dort Freizeit – hat er nie angestrebt. „Der Übergang ist doch fließend. Wichtig ist, dass man sich wohl fühlt bei dem, was man tut.“
