400 Bürger gründen Initiative

Heute Demo in Rottweil gegen geplantes Großgefängnis in Zepfenhan / Neukirch

Schlichemtal / Rottweil, 03.02.2010 von Daniel Seeburger

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Rund 400 Gegner eines geplanten Großgefängnisses in Zepfenhan oder Neukirch gründeten gestern Abend eine Bürgerinitiative. Darunter waren auch viele Schömberger, Schörzinger und Zimmerner.

Der erste Schritt zur Verhinderung eines Großgefängnisses mit Platz für rund 600 Insassen ist getan. Mit so vielen Gegnern im Zepfenhaner „Ochsen“ hatten die Initiatoren um Ursula Berner nicht gerechnet. Neben Bürgern aus Neukirch und Zepfenhan waren über 100 Schömberger, Schörzinger und Zimmerner gekommen.

Schon vor der Demonstration, die am heutigen Mittwoch um 16.30 Uhr am Schwarzen Tor in Rottweil stattfinden soll, kann die Bürgerinitiative Neukirch-Zepfenhan-Oberes Schlichemtal einen großen Erfolg verbuchen. Rund 1800 Unterschriften gegen das geplante Großgefängnis konnten an den vergangenen drei Tagen gesammelt werden, 100 mehr als eine Initiative in Villingendorf gegen den dort geplanten Standort insgesamt gesammelt hat.

Mit dabei waren gestern Abend auch Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger, Zimmerns Bürgermeister Elmar Koch und Schörzingens Ortsvorsteher Josef Rissler. Er wolle ohne vorherige Festlegung in die morgigen Gemeinderatssitzung gehen, erklärte Sprenger. Ortsvorsteher Rissler wurde konkreter. Die Informationspolitik Rottweils sei nicht vertretbar. „Das schlägt dem Fass den Boden aus“, so Rissler.

An den Standorten Bitzwäldle in Zepfenhan oder Mittelberg in Neukirch soll das nach Stuttgart-Stammheim zweitgrößte Gefängnis des Landes entstehen. Davon seien Schömberg, Schörzingen, Weilen und Zimmern genau so betroffen wie Neukirch und Zepfenhan, sagte ein Schömberger.

„Wir haben die Unterstützung der umliegenden Gemeinden, freute sich Ursula Berner aus Neukirch. Ein Großgefängnis zerstöre die dörflichen Strukturen, führte sie aus. „Ich will nicht, dass unsere Kinder unmittelbar hinter einem Großgefängnis aufwachsen“, führte Jochen Baumann aus Zepfenhan aus und wies auf den ungeheuren Landschaftsverbrauch in. Für das Gefängnis muss die Fläche von 21 Fußballfeldern gerodet werden – in einem intakten Naherholungsgebiet.

„Die Bevölkerung hier hat ein Recht, angstfrei aufzuwachsen“, erklärte Ursula Berner. Hans Gauser griff den Tourismus-Slogan „Abenteuer Stille“ des Oberen Schlichemtals auf: „In Zukunft wird hier das Abenteuer überwiegen und die Stille verschwinden“.

Nichts ist komisch

Gegen ein Gefängnis in einer landlich angemessener Größe (also in der Größe des bisherigen Gefängnis) hat keiner was. Aber dieses Gefängnis wird eine für unsere Gegend ungeheuere Dimension. 600 Insassen stehen in keiner Relation zur übrigen Bevölkerung. Bringt unsere Gegend tatsächlich so viele Straftäter hervor? Nein! Diese werden aus allen Gegenden her gebracht. Warum müssen die umliegenden Dörfer darunter leiden? Dass die Natur vernichtet wird und dass die Kinder Angst haben... Einfach nur weit weg aus den Augen der Kreisstadt? Aufs Land. Dort wo sich die Menschen angesiedelt haben um in Ruhe zu leben.
Rottweiler am 04.02.2010 08:57:58

Komisch


Hallo Leute,

wisst Ihr was ich komisch finde?
Jeder will, daß Straftäter weggesperrt werden, aber bitte nicht in meiner Nähe...

In unserem Rechtsstaat gibt es nun ein mal Haftanstalten, für Straftäter die Kraft eines Urteil zu einer Haftstafe verurteilt wurden.
Und irgendwo muß diese Anstalt ja auch stehen...
Hardy am 03.02.2010 18:26:13

Großgefängnis Neukirch - Zepfenhan


Die Gefangenen kommen am wenigsten von unserer Gegend ( Rottwel ). Darum soll man die Gefängnise da bauen , wo die meisten Gefangenen herkommen.
Aus Großstädten
Schorsch am 04.02.2010 19:42:48

Antwort

ich glaube nicht, daß Straftäter nur aus Großstädten kommen, sondern auch im ländlichen Raum vorkommen.
Ich bin ganz bestimmt auch nicht begeistert, aber irgenwo muß die Haftanstalt eben gebaut werden.
Und Arbeitsplätze für die Region sind sicher auch nicht schlecht, sowohl beim Bau wie auch später im Betrieb...
hardy am 06.02.2010 13:33:43
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Weitere Infos

Am heutigen Mittwoch, 4. Februar, findet um 17.30 Uhr eine Sitzung des Rottweiler Gemeinderats im Neuen Rathaus statt. Hier sollen die Pläne für das Großgefängnis vorgestellt werden. Um 19 Uhr treffen sich die Schömberger Räte im Rathaus zur Gemeinderatssitzung. Auch hier geht es unter anderem um das Gefängnis.

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