Gewerbesteuer in Weilen bricht ein
Gemeindeverwaltung geht nur noch von 120 000 Euro aus – Haushalt verabschiedet
Weilen u.d.R., 29.01.2010
Der Verwaltungshaushalt hat einen Umfang von 1 010 250 Euro und der Vermögenshaushalt von 321 500 Euro. Den Gesamthaushalt kann die Gemeinde nur ausgleichen, indem sie einen Betrag von 275 000 Euro aus der Rücklage entnimmt. Die Rücklage wird zum Jahresende 2010 noch einen Betrag von rund 165 000 Euro aufweisen. Trotz der roten Zahlen und dem Kauf eines Feuerwehrfahrzeuges wird die Gemeinde in diesem Jahr ohne Neuverschuldung und Steuer- und Gebührenerhöhung auskommen. Diese Aussage von Bürgermeister Richard Ege hörten die Gemeinderäte gerne.
Die Wassergebühr bleibt mit 1,30 Euro und die Abwassergebühr mit 2,80 Euro pro Kubikmeter im Vergleich mit anderen Gemeinden unterhalb der Durchschnittswerte. Der Anteil der Einkommensteuer sinkt gegenüber dem Rechnungsergebnis 2008 um 77 852 auf 226 100 Euro. Ein weiterer Einbruch ist bei der Gewerbesteuer zu befürchten. Es sind lediglich 120 000 Euro zu erwarten, weniger als die Hälfte des sonst Üblichen. Andererseits steigt die Finanz- und Kreisumlage um 32 706 Euro auf 288 400 Euro im Vergleich zu 2008. Die Gemeinde hat in guten Zeiten Geld zurück gelegt und die Schulden bis auf einen kleinen Restbetrag von 24 340 Euro abgebaut. Der Haushalt 2010 mache zwar keine Freude, doch die Sparpolitik der letzten Jahre zahle sich jetzt aus, sagte Bürgermeister Ege.
Der Verwaltungshaushalt weist ein Minus von 89 900 Euro auf. Ausgaben sind bei der Erneuerung der Duschen und Wandbekleidung Gemeindehalle, Straßenunterhaltung beim Dorfplatz, Öffnen von Entwässerungsgräben sowie Kanalunterhaltung vorgesehen. Der ursprünglich geplante Neuanstrich beim Dorfgemeinschaftshaus fällt dem Sparhaushalt zum Opfer.
Im Vermögenshaushalt beträgt das Defizit 185 100 Euro. Der dickste Brocken mit 185 000 Euro verschlingt der Kauf eines Feuerwehrfahrzeuges. Das neue Staffellöschfahrzeug StLF 10/6 mit Luftdruckschaumanlage soll das 25 Jahre alte Fahrzeug Ford-Transit-TSF ersetzen „Keine Luxusanschaffung, sondern eine feuerwehrtechnische Notwendigkeit“, unterstrich Bürgermeister Ege. Das Land wird den Kauf mit einem Zuschuss in Höhe von 46 500 Euro unterstützen. Eine nicht unbedeutende Investitionsmaßnahme steht mit einer energieeffizienten Straßenbeleuchtung entlang der Ortsdurchfahrt auf dem Programm. Die Verwaltung rechnet mit mindestens 20 000 Euro Kosten.
