„Dättelesweise“ die Zahlen präsentiert
Verwaltung muss Prügel einstecken
Obernheim, 21.01.2010 von Volker Schweizer
„Das ist eine Katastrophe“, schimpfte Jürgen Moser über die Unterlagen. Nur „dättelesweise“ bekomme man die Zahlen präsentiert. Wolle man die Gesamtsumme wissen, müssten sechs Vorlagen durchgeackert werden. Er mahnte an, es bei künftigen Projekten besser zu machen – ohne „Hüftschusspreise“. Rückendeckung erhielt er dabei von Reinhold Moser.
Auch Viola Allseits-Oehrle wetterte. Ihr wäre es am liebsten gewesen, wenn man den Tagesordnungspunkt vertragt hätte – „bis wir eine exakte Auflistung auf Heller und Pfennig haben“.
Bürgermeister Georg Maier gab zu: „Es ist nicht alles optimal gelaufen.“ Allerdings, schob er nach, hat die Zeit drängt. Er habe die Unterlagen zügig verschicken wollen, vorher aber den Planer telefonisch nicht mehr erreicht. Letztendlich zeigte er sich aber froh darüber, „dass wir die schwere Geburt hinter uns haben“.
Kassenverwalter Hans-Peter Wittmer brachte letztendlich Licht in das Wirrwarr. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 179 090 Euro. Vorgesehen waren 161 000 Euro. Es müssen also im Haushalt 2010 weitere 18 000 Euro bereitgestellt werden.
Lange wurde darüber diskutiert, ob eine Giebelverschalung samt Tor überhaupt notwendig sind. Allein aus optischen Gründen sah Dr. Johannes Huber keinen Handlungsbedarf. Reinhold Moser machte sich dafür stark: „Dann haben wir die nächsten zehn Jahre Ruhe.“ So sah es die Mehrheit des Gremiums auch.
Über jedes Gewerk wurde einzeln abgestimmt. Die Erd-, Beton- und Maurerarbeiten gingen für 17 096 Euro an die Firma Schnee und Oswald, der Einbau der Treppe für die zweite Lagerebene und die Giebelverschalung für zusammen 4763 Euro an die Zimmerei Bruno Moser. Ein Unternehmen aus Kempten entsorgt für 2926 Euro die asbesthaltigen Eternitplatten. Das Tor baut für 8687 Euro die Firma Bauer aus Dauchingen ein.
Lediglich über die Erweiterung der Heizung wurde noch nicht entschieden. Joachim Schnell hatte sich dafür eingesetzt, dass weitere Angebote eingeholt werden. Ihm erschien die Summe in Höhe von 4425 Euro als zu hoch.
Vor April werde mit den Arbeiten wohl nicht begonnen, meinte Planer Gustav Mauthe. Wenn aber die Baustelle erst mal angelaufen sei, gehe es alles ruckzuck.
