Frühe Hilfen helfen
Strategie gegen Vernachlässigung von Kindern
Zollernalbkreis, 20.01.2010 von Daniel Seeburger
Mit dem Thema „Frühe Hilfen“ beschäftige man sich beim Landratsamt schon seit einigen Jahren, erklärte gestern Sozialdezernent Eberhard Wiget. In der Fachtagung „Die Chancen der ersten Monate. . . feinfühlige Eltern- gesunde Kinder“ ging man gestern intensiv auf dieses Thema ein. Die Frage sei, wie man an Kinder herankomme, die noch nicht in der Öffentlichkeit sind. Man wolle beispielsweise Fachleute aus dem ärztlichen Bereich oder Hebammen sensibilisieren, die mit der Jugendhilfe zusammenarbeiten.
Gerade auf die Hebammen hoffen die Verantwortlichen. Sie hätten einen Einblick in die Familien und würden wissen, wo Hilfe notwendig wird. Diese Personen des Vertrauens könnten dann in den betroffenen Familien Hilfe leisten.
Man müsse die „Ressource Feinfühligkeit“ nutzen, erklärte Andreas Vogt von der Techniker Krankenkasse und verwies auf die konzeptionelle Arbeit an der Universität Ulm. In der frühen Kindheit würden sehr wichtige Grundlange gelegt für die Entwicklung der Kinder, so PD Dr. Ute Ziegenhain von der Uni Ulm.
„Frühe Hilfen helfen viel, späte Hilfen sind mühsam“, erklärte Peter Schmid von der Erziehungsberatungsstelle des Albstädter Jugendamts. Man habe bereits bemerkenswerte Erfolge mit jungen Eltern, die, wenn man sie „früh abholt“, mit Kinder später sehr feinfühlig umgehen können. Der Zollernalbkreis sei zwar bisher von gravierenden Fällen von Kindesmissbrauch verschont geblieben, so Eberhard Wiget. Es sei aber zu spät, wenn „die Ampel von gelb auf rot springt“, fügte Peter Schmid an. Bei rund fünf bis zehn Prozent der Kinder bestehe die Gefahr von Vernachlässigung, erklärte Dr. Ute Ziegenhain.
