Das Herz und die Seele der Schule
Die Sekretärinnen Gertrud Oster und Uschi Weinmann „halten den Laden zusammen“
Schömberg, 02.01.2010 von Daniel Seeburger
„Wir wären nichts ohne die beiden“, sagt Realschulrektor Ulrich Müller. Und auch Bürgermeister Karl-Josef Sprenger findet lobende Worte: „Sie sind das Herz und die Seele der Schule und engagieren sich weit über das Normalmaß hinaus“.
Im Schömberger Schulzentrum gibt es eine besondere Konstellation. Die Büros von Grund- und Hauptschulrektor Wolfgang Fiderer und Realschulrektor Ulrich Müller liegen eng beieinander und sind nur abgetrennt durch das Sekretariat. Dort arbeiten Uschi Weinmann aus Schörzingen, die für die Hauptschule zuständig ist, und Gertrud Oster aus Schömberg, die die Realschule mit verwaltet, eng zusammen. „Hier wird Kooperation groß geschrieben, Teamgeist ist gefragt“, erklärt Wolfgang Fiderer. Beide Rektoren profitierten davon, sagt er. „Das Sekretariat ist das Bindeglied zwischen unseren Schulen“.
Nicht nur die Rektoren und die Lehrkräfte loben das Sekretärinnen-Duo. „Die Schüler fühlen sich bei uns wohl“, weiß Uschi Weinmann. Manchmal sind die beiden sogar eine Art Mama-Ersatz, zu denen die Schüler gehen, wenn sie Rat oder Trost brauchen. „Wir haben selbst Kinder und können mitfühlen“, sagt Gertrud Oster. Vom Trösten und Pflaster aufkleben bis hin zum Vermitteln – ohne Uschi Weinmann und Gertrud Oster würde an der Schömberger Schule etwas Essenzielles fehlen. Sie seien „Ansprechpartner für die Kinder, aber auch Mittler zwischen Schülern und Lehrern oder Schüler und Eltern“, weiß Wolfgang Fiderer.
Dabei sind die Sekretärinnen keineswegs nur Schreibkräfte. Mit Einführung der elektronischen Datenverarbeitung habe sich auch die Fülle der Aufgaben vervielfacht, sagt Fiderer. Vom Schulmanagement über das Filtern von Anrufen, das Beantworten und Bearbeiten von Fachfragen bis zur Betreuung des Publikumsverkehrs zählen die Arbeiten von Gertrud Oster und Uschi Weinmann. „Die Aufgabenpalette ist explodiert“, erläutert Ulrich Müller.
3,3 beziehungsweise 3,9 Stunden täglich arbeiten Gertrud Oster und Uschi Weinmann in der Schule. „Das ist eigentlich zu wenig, um den Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Ulrich Müller und zählt die Arbeiten auf, die von den Sekretärinnen zusätzlich erledigt werden müssen. Neben Stundenkontrolle und -nachweise, der Organisation von Vertretungen bei Krankheitsfällen oder Prüfungsdokumentationen muss auch der reibungslose Schulablauf von rund 740 Schülern und 64 Lehrkräften gewährleistet werden. Dazu müssen Uschi Weinmann und Gertrud Oster Kontakte zu Schulamt, Schulträger und Regierungspräsidium halten. „Es ist ein enormer Arbeitsaufwand, der viel Fachwissen erfordert“, erklärt Wolfgang Fiderer. Trotz des Stresses müssten die beiden Sekretärinnen „immer absolut freundlich und souverän sein“, pflichtet ihm Ulrich Müller bei. „Zu diesem Beruf gehört eine gereifte Persönlichkeit“, meint der Realschulrektor.
„Den Beruf Schulsekretärin gibt es eigentlich gar nicht“, erklärt Gertrud Oster und schmunzelt. Ohne eine kaufmännische Ausbildung sei aber diese Arbeit kaum möglich, führt Uschi Weinmann aus. Sie war 25 Jahre in der freien Wirtschaft tätig, bevor sie 2001 an die Schömberger Schulen gekommen ist. Ohne diese komplexe Berufserfahrung könnte sie den Job kaum ausüben, ist sie sich sicher. In ihrer Freizeit spielt sie Tennis, fährt Ski und leitet die Gymnastikgruppe in Schörzingen. „Gartenarbeit liebe ich über alles“, verrät sie, „meine Blumen schimpfen nicht“.
Seit 1991 ist Gertrud Oster mit dabei. Auch sie hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert und darf sogar Lehrlinge ausbilden. Wenn der Schulalltag vorbei ist, engagiert sie sich ehrenamtlich in der Kirchengemeinde. Es sie ihr wichtig „den Sonntag zu heiligen, um dort einen Ausgleich zu den Werktagen zu schaffen“, sagt sie. Diesen Ausgleich schafft sie bei ausgedehnten Wanderungen oder beim Klavierspiel.
Erst jüngst hat Ulrich Müller bei seinem Schulbericht im Gemeinderat auf die überdurchschnittlichen Leistungen von Uschi Weinmann und Gertrud Oster hingewiesen. „Ich kann unheimlich viel von Frau Oster lernen“, sagt er und weist darauf hin, dass beide Sekretärinnen ständig über das Limit hinaus arbeiten würden. Mit seinem Kollegen Wolfgang Fiderer ist er in der Bewertung der Arbeit von Uschi Weinmann und Gertrud Oster einig: „Die beiden halten den Laden hier zusammen“.
