Zwei Schüler mischen die Herrenklasse auf

Tischtennis: Die Hoffmanns aus Rosenfeld

Balingen, 14.12.2009 von Marcel Schlegel

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Bei ihren ersten Landesmeisterschaften haben die beiden Rosenfelder Tischtennis-Asse, Rudolph und Alexander Hoffmann gleich vollauf überzeugt: Beide schieden gestern erst im Achtelfinale aus.

„Ich weiß noch genau, wie die beiden vor drei Jahren zu mir ins Jugendtraining kamen“, erinnert sich Paul Bussmann vom SV Rosenfeld an seine beide 14-jährigen Youngster, Rudolph und Alexander Hoffmann. Schnell habe sich herausgestellt, dass das Brüderpaar seinen gleichaltrigen Kontrahenten spielerisch weit überlegen sei. „Die waren in den Schülerklassen einfach unterfordert“, grinst der Jugendtrainer, „deswegen haben wir uns entschlossen, die beiden zu den Herren zu nehmen.“

Heute spielt Rudolph an der Seite seines Jugendtrainers bei den Bezirksklasse-Herren des SVR gegen Gegner, die zumeist zehn, 20 oder mehr Jahre auf dem Buckel haben wie der 14-Jährige selbst. Da Alexander aufgrund eines Schullandheimaufenthalts die benötige Punktzahl verpasste, die ihn berechtigt hätte, in der Aktivenklasse statt in der Schülerklasse aufzuschlagen, heuerte der Hoffmann-Trilling beim klassenhöchsten Klub der Region, der SG Deißlingen (Verbandsklasse) an, wo er in der Jugendklasse ebenfalls gegen ältere Gegner den Schläger schwingt – und wie: Alexander ist bis dato ungeschlagen „und hat sich damit die Genehmigung, bei den Herren anzutreten, bereits erspielt“, freut sich Bussmann auf die baldige Rückkehr seines Legionärs. Eine echte Trennung habe der Klubwechsel für ihn nicht bedeutet, verrät Alexander Hoffmann: „Wir trainieren weiterhin gemeinsam, sowohl in Deißlingen als auch beim SV Rosenfeld“, verrät der 14-Jährige.

Rudolph hat sich derweil in der Bezirksklasse auf Anhieb etabliert. „Wir wollten kein Risiko eingehen und haben Rudi erst mal ins hintere Paarkreuz genommen“, sagt Bussmann, um sich dann schmunzelnd einzugestehen, dass jener Zweifel unbegründet war: „Rudi hat in dieser Saison noch kein Spiel verloren und weist die beste Bilanz der ganzen Klasse auf.“ Deswegen werde der Youngster fortan im vorderen Paarkreuz auf Position eins oder zwei zum Einsatz kommen.

„Vor denen kann man nur den Hut ziehen, die bekommen vom Tischtennis einfach nicht genug“, lobt Martin Frommer, der Rosenfelder Mannschaftskapitän, den Trainingseifer der Hoffmanns: „Rudi spielt für sein Alter schon enorm abgeklärt, stellt sich auch hervorragend auf unkonventionell spielende Gegner ein und weist eine hohe Spielintelligenz auf.“ Und Alexander? Für ihn gelte dasselbe, überhaupt sei die Spielanlage der beiden Brüder identisch und auch die Dritte im Bunde der Hoffmann-Trillinge, Schwester Maria, die für die Rosenfelder Jugend auf Punktejagd geht, spiele wie ihre beiden Brüder: äußerst aggressiv. „Die greifen jeden Ball an“, weiß Frommer, der ebenso wie Bussman sicher ist, dass es die Brüder Hoffmann einmal weit bringen werden. „Die sprechen nur von der Bundesliga“, lacht der SVR-Kapitän und Alexander Hoffmann fügt hinzu: „Wenn Rudi mal in der Bundesliga spielt, dann gibt er mir bestimmt auch was von seinem vielen Geld ab.“ Konkurrenzdenken gibt es im Lager Hoffmann nicht.

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